Chri Leitinger
03 Mai

Skihochtourenwoche Elbrus

 

In der letzten Aprilwoche ging es gemeinsam mit meiner Freundin und Kletterkollegen in den Kaukasus zum Skitourengehen. Organisiert habe ich die Unterkünfte, Transfers, Permits usw. ohne Agenturen oder örtliche Reiseanbieter. Wozu hat man denn sonst zwei Semester in Russland studiert? Außerdem war ich ja schon mehrere Male im Baksan Tal am Fuße des Elbrus unterwegs und konnte in dieser Zeit einige Verbindungen aufbauen.

 

Mit einem Bus fahren wir vom Flughafen Mineralnye Vody zum Beginn des Adyr-Su Tals wo bei einem Schrägaufzug ein alter Militärtruck auf uns wartet. Mit diesem Allradungetüm geht es dann holpernd die 13 Kilometer zum Ullu-Tau Lager hinauf. Das Lager auf 2.400m ist gut geführt, für russische Verhältnisse komfortabel und bietet gutes Essen und Service. Der Dauerregen am ersten Tourentag lässt nur eine Erkundungstour zum Mestiiskie Biwak auf 2.900m zu. Wie erwartet waren die doch recht steilen Standardtouren nach den letzten Neuschneefällen zu lawinengefährlich. Daher sind wir am nächsten Tag ein weiteres Mal in das gleiche Tal Richtung Granovskovo Pass, 3.759m losgezogen. Mit besserem Wetter konnten wir die traumhafte Landschaft an diesem Tag endlich richtig erleben und genießen.

 

Auf Grund der eingeschränkten Möglichkeiten haben wir uns entschlossen gleich am nächsten Tag eine Akklimatisierungstour am Elbrus zu starten. So steigen wir nach einer zweistündigen Fahrt in das Baksan Tal bei kaltem und nebligem Wetter am Elbrus bis 3.450m auf. Kurz vor der Abfahrt kommt dann die Sonne hervor und wir genießen feinsten Pulver fast bis in das Tal hinunter.

 

Nach einer Nacht im Hotel, verlegen wir in das Containerlager am Elbrus und machen eine Tour hinauf zu den Pastukhova Felsen, 4.700m. Leider bestätigen sich die Informationen. Auf mehr als 600 Hm hat der Wind blankes Gletschereis freigelegt. Keine Chance hier mit Ski voranzukommen. Auch der Weiterweg über die Traverse sieht ohne Steigeisen kaum machbar aus.

 

Ein weiterer, ruhiger Akklimatisationstag und weiterhin traumhafte Wetterverhältnisse lassen Vorfreude aufkommen. Am Gipfeltag entscheiden wir uns doch einen Ratrac in Anspruch zu nehmen, das uns bis 3.450m shuttled. Von dort geht es mit Steigeisen 600 Hm gerade hoch, bis die Spur in der Traverse endlich flacher wird. Bei wenig Wind und angenehmen Temperaturen erreicht unsere Gruppe den Sattel zwischen den beiden Elbrus Gipfeln. Zwei aus unserer Gruppe haben trotz guter Akklimatisation Probleme mit der Höhe und entscheiden sich auf 5.350m zur Umkehr. Ich begleite die beiden hinunter, während Katja und Michael zum Gipfel stapfen, den sie eineinhalb Stunden später erreichen.

 

Den letzten Tag verbringen wir im kleinen Skigebiet am Cheget. Sonne, milde Temperaturen und ein lässiger Ausblick auf den Elbrus entschädigen für die Strapazen der Vergangenen Tage. Am letzten Abend wird in einem der Restaurants noch einmal ordentlich gefeiert bevor es früh am Morgen mit vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen zurück zum Flughafen geht.

 

Video zur Elbruswoche

 

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