Chri Leitinger
14 Jan

Schartenspitze SW – Sikorovsky

Fritz Sikorovsky, dem gemeinsam mit Raimund Schinko unter anderem die Erstbegehung der Stangenwand SO oder die Dachl-Rosskuppenverschneidung gelungen ist, konnte 1935 mit seinen Seilpartnern Fink und Petsch die Südwestwand der Schartenspitze erstmals durchsteigen.

 

Später fügten Horich  und Natterer einen lohnenden und direkten Ausstieg über den plattigen oberen Wandteil hinzu. 1978 gelang den Brüdern Roman und Ernst Gruber die erste freie Begehung des ursprünglich mit 5+/A1 bewerteten Klassikers. Im Jahr 2010 wurde die Route inkl. dem Horich-Ausstieg von Robert Jantscher und Giselher Sperka umfangreich saniert.

 

Nach den beiden, etwas brüchigen Vorbaulängen bietet die Tour im Mittelteil schöne, steile und teilweise recht kraftige Kletterei. Nach einer leichten, etwas schrofigen Zwischenlänge folgen im Horich-Ausstieg zwei tolle Plattenlängen, bevor es in der langen Ausstiegslänge felsmäßig noch einmal etwas alpiner zugeht. Insgesamt eine lohnende, abwechslungsreiche Tour. Alpinklettererfahrung sollte aber auf Grund der schrofig-brüchigen Passagen trotz der Bohrhakenabsicherung vorhanden sein.

 

Absicherung: An den Standplätzen jeweils zwei Bohrhaken, die schwereren Längen sind gut mit HSA abgesichert, dazwischen immer wieder Normalhaken, Sanduhren und einige Sticht- und 8mm Bohrhaken. In den leichten Längen auch etwas weitere Abstände.

 

Material: 50m Seil, 10 Expressen, Schlingen zum Verlängern, evtl. BD Cam 0,5-1.

 

Achtung: Der steile Mittelteil sollte trocken sein. Nach Regenfällen einige trockene Tage abwarten. Die ursprüngliche Bewertung mit 5+/A1 stimmt meiner Meinung nach nicht mehr, da in der zweiten Plattenlänge ein alter Sticht Haken fehlt und die Stelle daher zwingend geklettert werden muss. 6+/A0 sollte man zumindest drauf haben.

 

Topo Sikorovsky

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