Chri Leitinger
05 Okt

Kletterurlaub mit Zwischenfall

 

Mitte September war es wieder soweit. Nach einer langen und nicht nur wettertechnisch außergewöhnlich schönen Sommersaison ist es zum fast schon obligatorischen Kletterurlaub nach Paklenica gegangen. Perfekter Kalk, coole Linien, Dinkos´ Fischplatte, ein bisschen chillen und der abendliche Sprung ins Meer – mehr braucht es nicht!

 

Die Woche ist mit alpinem Sportklettern, Sportkletterrouten abseits des Mainstreams und einem Stadtbummel in Zadar viel zu schnell vergangen. Zum Abschluss sind wir noch in die Nostalgija am Anica Kuk eingestiegen. Während ich mich einen 6er Riss rauframpfe stürzt in der daneben liegenden Mosoraski eine Britin und bleibt verletzt und stark benommen im Seil hängen. Ihr Kletterkollege bittet uns um Hilfe. Da wir keinen Handyempfang haben, seilen wir schnell eine Länge ab und queren etwas abenteuerlich rüber in die Mosoraski. Am Stand angekommen ist die Verletzte wieder ansprechbar, kann aber wegen der Schulterverletzung nicht mehr alleine abseilen. Gemeinsam mit meiner Kletterkollegin vom ÖBRD Tragöß beginnen wir mit der Bergung, die sich durch die teilweise schräg verlaufende Route nicht ganz einfach gestaltet. Nach fünf Abseilmanövern erreichen wir endlich den Wandfuß, wo die inzwischen alarmierte Bergrettung die Verletzte übernimmt und den weiteren Abtransport durchführt.

 

Ohne Handyempfang und fehlender Rettung aus der Luft zeigt sich, dass man sich selbst in einer recht beliebten Wand schnell einmal sehr exponiert wiederfindet. Ein mehr oder weniger regelmäßig besuchter 1.-Hilfe Kurs und grundlegende Kenntnisse in Seil- & Rettungstechniken sollten von jedem Kletterer beherrscht werden, der gerne in MSL-Touren unterwegs ist.

 

Passend dazu findest du hier einen 2-tägigen Kurs: Intensivkurs Felsbergetechniken

 

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