Chri Leitinger
29 Apr

Ein paar Tage Chamonix…

 

Ende März ging es mit Phil nach Chamonix. Als erste Tour entschieden wir uns für das Couturier Couloir an der mächtigen Aiguille Verte (4.122m). Dank der perfekten Verhältnisse konnten wir auf das Seil verzichten und kamen so recht zügig voran. Auf den letzten 200 Höhenmetern machte sich die fehlende Akklimatisierung doch bemerkbar. Trotzdem standen wir nach nur 3,5 Stunden auf dem windstillen Gipfel und wurden mit einem phantastischen Rundblick belohnt. Da sich die Verhältnisse im Whympercouloir als sehr gut erwiesen, entschieden wir uns eine Skiabfahrt zu wagen. Einen ausgesetzten Schneegrat, eine Abfahrt mit knapp 55 Grad Steilheit und eine Stunde später erreichten wir den Auslauf des Couloirs. Der Rückweg über die Courvercle Hütte und das Valleé Blanche nach Chamonix waren anstrengend aber nur mehr Formsache. Knapp 8 Stunden nach unserem Start an der Grands Montets Bahn gabs das wohlverdiente Bier in Chamonix.

 

Nach einem verregneten Rasttag entschieden wir uns bei mäßigen Wetter, die Route „M6 Solar“ an der Pointe Lachenal zu klettern. Die Tour bietet super Mixed-Kletterei mit ein paar wirklich schönen Längen. Die Standplätze sind mit Normalhaken zum Abseilen eingerichtet, dazwischen steckt bis auf zwei, drei Haken nichts. Friends und Keile können aber perfekt eingesetzt werden. Zurück nach Chamonix ging es im Blindflug durch das Valleé Blanche.

 

Nach einem weiteren, sturmbedingten Rasttag stand der Gran Paradiso (4.061m) im italienischen Val d´Aosta am Programm. Als Tagestour ohne Hüttenübernachtung mit etwas mehr als 2100 Höhenmetern eine ganz ordentliche Runde. Mittlerweile relativ gut akklimatisiert ging es recht zügig zur Vittorio Emauele Hütte und nach einer kurzen Teepause weiter zum recht windigen Gipfel, den wir nach etwas mehr als fünf Stunden erreicht haben. Die Abfahrt über die mäßig geneigten Gletscherhänge war vom Feinsten und auch der schon etwas weiche Teil in talnähe war noch ganz ok.

 

An den noch folgenden Tagen machte uns leider der Föhnsturm, die einhergehende Lawinengefahr und starker Nebel einen Strich durch die Rechnung. Aber schon allein der Trip auf die Verte war die Reise wert!

 

© chrileitinger.at 2013