Chri Leitinger
31 Jul

Chamonix – kurz und bündig!

 

Am ersten Tag ging es in einer gemütlichen Wanderung vom Col de Balme zur renovierten Albert 1er Hütte auf 2706m. Die Renovierung hat aus der vergammelten Bude ein echtes Schmuckkästchen gemacht in dem man sich gleich wohlfühlt.

 

Nach einer kurzen Nacht sind wir um 2:30 über den Glacier du Tour zum Beginn des Forbes Grates auf der Aiguille du Chardonnet 3824m marschiert. Dank der kühlen Nacht war der Schnee schön durchgefroren und erleichterte das Vorankommen sehr. Über eine schöne Firnrinne und –flanke mit bis 50 Grad Steilheit erreichten wir recht kurzweilig den Beginn des eigentlichen Forbes Grat. Der Grat bietet traumhaft Kletterei, abwechselnd in Firn und besten Chamonix-Granit. Die Aussicht in das Trient- und Argentierebecken, die einem auf diesem Grat begleitet ist besonders beeindruckend!

Der Abstieg ist seit meinem letzten Besuch durch den Gletscherrückgang auch nicht einfacher geworden und so haben wir uns mit zwei sympathischen Typen aus Sheffield zusammengetan und sind gemeinsam abgeseilt/abgestiegen.

 

Tags darauf brachte uns die Aiguille di Midi Bahn in 20 Minuten von Chamonix rauf auf 3810m. Unser Start 1,5 Std. nach der ersten Masse an Bergsteigern erwies sich als genau richtig. Ohne Stau und Gedränge konnten wir den kurzen und abwechslungsreichen aber auch sehr beliebten Cosmiques Grat klettern. Am großen Gendarm konnten wir zwei Sportkletterer beobachten die sich jeweils an Touren im unteren 10. Grad versuchten. Nach dem Cosmiques Grat sind wir bequem mit der Panorama Bahn zur neuen Turiner Hütte gefahren wo wir die Nacht verbracht haben.

 

Am letzten Tag ging es wieder früh los. Um 2:30 stiefelten wir über den hart gefrorenen und mondbeschienenen Gletscher zum Einstiegscouloir des Kuffner Grates. Nach einem gar nicht so leichtem Bergschrund und etwas Blankeis am Ende des Couloirs erreichten wir den eigentlichen Grat Beginn. Trotz perfekter Bedingungen am Grat war außer uns nur eine weitere Seilschaft unterwegs. Der Kuffner Grat zählt zu den schönsten seiner Art in Chamonix und bietet super Kletterei bis zum Schwierigkeitsgrad 4+ und 50 Grad im Schnee. Der Sonnenaufgang, der den Grat und die nahe Brenvaflanke des Mont Blanc zum Leuchten bringt ist atemberaubend! Trotz der vielen Fotopausen, die sich wirklich gelohnt haben, stehen wir schon  knapp sechs Stunden nach Aufbruch auf dem Gipfel des Mont Maudit 4465m und genießen das Panorama.

© chrileitinger.at 2013