Chri Leitinger

Blog

07 Mai

Hyperstatische Seile im Bergsport

 

Hyperstatische Seile/Reepschnüre mit einem Kern aus Dyneema oder Aramid und einem Mantel aus Polyamid oder Polyester gibt es ja schon länger. Obwohl von einigen bereits vor Jahren auf Hochtouren verwendet, kam das Material eigentlich fast nur beim Standplatzbau und als Ersatz für das klassische Reepschnürl zum Einsatz.

 

Seit namhafte Hersteller wie Petzl, Mammut, Edelried oder Austrialpin solche Seile im Sortiment haben, wird es als Ersatz für das dynamische Seil in gewissen Einsatzbereichen mehr und mehr zum Thema.

 

Die Vorteile liegen auf der Hand

+ rd. 50% leichter als ein Einfachseil

+ rd. 50% kleineres Packmaß

+ Spaltenstürze sind etwas leichter zu halten

+ hohe Kantenfestigkeit

+ hohe Bruchkraft

+ geringe Wasseraufnahme

+ wenig Reibung bei Bergetechniken

 

Nachteile

– Eingeschränkter Einsatzbereich

– teilweise zusätzliches Material notwendig (fürs Abseilen, Bergetechniken)

– zur Vorstiegssicherung ungeeignet

– wenig Reibung beim Abseilen, Ablassen

– je nach Hersteller nur in 30m und 60m zu bekommen

– hohe Anschaffungskosten für ein „Spezialequipment“

– eher für gut ausgebildete Spezialisten

 

Im Rahmen der Bergführerkoordination des ÖAV Bundeslehrteams haben wir uns einen Tag lang intensiv mit den dünnen Seilen beschäftigt. Dazu ein paar Erkenntnisse und Gedanken zu den dünnen „Schnürln“.

 

Der Einsatzbereich liegt vorwiegend auf Skihochtouren, leichten Hochtouren ohne/mit sehr wenig Felsanteil im Sommer, beim Variantenfahren (vulgo „Freeriden“), oder zum Nachsichern am Klettersteig. Die Gewichts- und Platzersparnis ist dabei enorm, wie ich kürzlich bei unserer Woche im Kaukasus feststellen konnte.

 

Spaltensturz

Je nach gewählter Länge funktioniert die lose Rolle als Spaltenbergetechnik auf Grund eines zu kurzen Restseils nicht mehr. Dann muss auf einen einfachen oder mehrfachen Flaschenzug zurückgegriffen werden. Mit Micro Traxion, Tibloc & Co kein Problem, auch das Überwinden von Bremsknoten lässt sich gut lösen. Prusiks und andere Klemmknoten neigen gerne zum Rutschen. Bei mehr als drei Wicklungen wird es endgültig fummlig. Die geringe Gebrauchsdehnung macht sich beim Bergen angenehm bemerkbar.

 

Selbstrettung

Mit Prusik und Bandschlingenklemmknoten eher mühsam, mit den diversen Klemmgeräten problemlos. Auch die Bremsknoten lassen sich beim Prusiken und bei der Münchhausentechnik gut überwinden.

 

Abseilen/Ablassen

Tuber und 8er im normalen Modus haben zu wenig Bremskraft. Von einigen Herstellern gibt es bereits eigene Abseilgeräte. Ansonsten funktioniert ein HMS/doppelter HMS oder ein Tuber im modifizierten Modus gut. Abseilen/ablassen mit der RAD Line von Petzl geht sehr angenehm, mit der Core.DY von AustriAlpin ruckelt es ziemlich. Im Allgemeinen sind die Seile anfangs unangenehm steif, werden aber bei Gebrauch etwas weicher. Ausnahme ist das sehr weiche Seil von Petzl.

 

Fazit

Die erste Tourenwoche und der Fortbildungstag haben mich begeistert. Für einen eingeschränkten Einsatzbereich eine echte Alternative zum Einfach-/Halbseil. Vor allem im Führungsbereich wird man zukünftig immer öfter hyperstatische Seile im Einsatz sehen. Da die Reserven des Systems ziemlich ausgereizt sind sollte man diese Art der Seile nicht unreflektiert verwenden, sondern sich mit der Materie vertraut machen.

 

 

 

03 Mai

Skihochtourenwoche Elbrus

 

In der letzten Aprilwoche ging es gemeinsam mit meiner Freundin und Kletterkollegen in den Kaukasus zum Skitourengehen. Organisiert habe ich die Unterkünfte, Transfers, Permits usw. ohne Agenturen oder örtliche Reiseanbieter. Wozu hat man denn sonst zwei Semester in Russland studiert? Außerdem war ich ja schon mehrere Male im Baksan Tal am Fuße des Elbrus unterwegs und konnte in dieser Zeit einige Verbindungen aufbauen.

 

Mit einem Bus fahren wir vom Flughafen Mineralnye Vody zum Beginn des Adyr-Su Tals wo bei einem Schrägaufzug ein alter Militärtruck auf uns wartet. Mit diesem Allradungetüm geht es dann holpernd die 13 Kilometer zum Ullu-Tau Lager hinauf. Das Lager auf 2.400m ist gut geführt, für russische Verhältnisse komfortabel und bietet gutes Essen und Service. Der Dauerregen am ersten Tourentag lässt nur eine Erkundungstour zum Mestiiskie Biwak auf 2.900m zu. Wie erwartet waren die doch recht steilen Standardtouren nach den letzten Neuschneefällen zu lawinengefährlich. Daher sind wir am nächsten Tag ein weiteres Mal in das gleiche Tal Richtung Granovskovo Pass, 3.759m losgezogen. Mit besserem Wetter konnten wir die traumhafte Landschaft an diesem Tag endlich richtig erleben und genießen.

 

Auf Grund der eingeschränkten Möglichkeiten haben wir uns entschlossen gleich am nächsten Tag eine Akklimatisierungstour am Elbrus zu starten. So steigen wir nach einer zweistündigen Fahrt in das Baksan Tal bei kaltem und nebligem Wetter am Elbrus bis 3.450m auf. Kurz vor der Abfahrt kommt dann die Sonne hervor und wir genießen feinsten Pulver fast bis in das Tal hinunter.

 

Nach einer Nacht im Hotel, verlegen wir in das Containerlager am Elbrus und machen eine Tour hinauf zu den Pastukhova Felsen, 4.700m. Leider bestätigen sich die Informationen. Auf mehr als 600 Hm hat der Wind blankes Gletschereis freigelegt. Keine Chance hier mit Ski voranzukommen. Auch der Weiterweg über die Traverse sieht ohne Steigeisen kaum machbar aus.

 

Ein weiterer, ruhiger Akklimatisationstag und weiterhin traumhafte Wetterverhältnisse lassen Vorfreude aufkommen. Am Gipfeltag entscheiden wir uns doch einen Ratrac in Anspruch zu nehmen, das uns bis 3.450m shuttled. Von dort geht es mit Steigeisen 600 Hm gerade hoch, bis die Spur in der Traverse endlich flacher wird. Bei wenig Wind und angenehmen Temperaturen erreicht unsere Gruppe den Sattel zwischen den beiden Elbrus Gipfeln. Zwei aus unserer Gruppe haben trotz guter Akklimatisation Probleme mit der Höhe und entscheiden sich auf 5.350m zur Umkehr. Ich begleite die beiden hinunter, während Katja und Michael zum Gipfel stapfen, den sie eineinhalb Stunden später erreichen.

 

Den letzten Tag verbringen wir im kleinen Skigebiet am Cheget. Sonne, milde Temperaturen und ein lässiger Ausblick auf den Elbrus entschädigen für die Strapazen der Vergangenen Tage. Am letzten Abend wird in einem der Restaurants noch einmal ordentlich gefeiert bevor es früh am Morgen mit vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen zurück zum Flughafen geht.

 

Video zur Elbruswoche

 

20 Sep

Zermerleiten – Wasserfrass

 

Die neue Tour auf der Westseite der Zermerleiten im einsamen Weittal wurde vom Rax-Hausmeister Thomas Behm mit Peter Groß erstbegangen. Gestandene Alpinisten werden sich in den acht, meist angelehnten Seillängen wohl langweilen. Für Genusskletterer und Sportkletterer die den Umgang mit mobilen Sicherungsmitteln üben wollen stellt die Tour aber eine interessante „Felswanderung“ dar.

 

Der Fels wird dem Routennahmen gerecht und bietet trotz kurzer Geh- bzw. Schrofenpassagen über weite Strecken wirklich guten, wasserzerfressenen Kalk. Von soliden Standplätzen an Bolts oder Sanduhren aus kann man sich stressfrei (weil immer gut stehend) um die zusätzliche Absicherung mit Friends, Keilen und Sanduhren kümmern, was stets gut möglich ist. An den schwierigsten Stellen und in den Platten stecken zusätzlich einige Bohr- und Normalhaken.

 

Material: 6 Expressschlingen, BD Cams 0,5 – 2, einige Klemmkeile, Bandschlingen für Sanduhren

 

Zustieg: Vom Parkplatz Kanlergraben (von Gußwerk kommend kurz vor Gschöder) der Forststraße bis zum Ende folgen. Von dort kurz entlang des Baches (Steinmänner), dann in einer großen rechts-links Schleife im lichten Wald aufwärts und auf schwachen Steigspuren den Steinmännern und Punktmarkierungen in das Weittal. Der Einstieg befindet sich etwas links unterhalb einer riesigen schwarzen Nische. 1,5 Std.

 

Abstieg: Vom Ausstieg in Kürze auf den Gratkopf und von dort über ein Schuttkar zurück zum Einstieg. Im Schuttkar am bequemsten orographisch ganz links absteigen. Vom Einstieg über den Aufstiegsweg retour zum Parkplatz. 1,5 Std.

 

Topo vom Erstbegeher: Zermerleiten – Wasserfrass

 

 

06 Sep

Karlmauer – Stufendiagonale

 

1973 wurde die Stufendiagonale im steilen Wandbereich links vom Weg Domenigg technisch erstbegangen und später frei geklettert. Vor einigen Jahren wurde diese Linie mit Bohrhaken saniert und bietet jetzt vor allem im Mittelteil steile, anregende Freikletterei in meist gutem Fels mit alpinem Touch. Die ersten beiden Längen sind teilweise schrofig-brüchig aber recht gutmütig zu klettern.

 

Die Absicherung ist insgesamt gut, BD Cams 0,75 und 1 und Sanduhrschlingen leisten aber gute Dienste. Mit der im Topo angegebenen obligaten Schwierigkeit wird man sich wohl schwer tun. Den unteren sechsten Grad sollte man schon klettern können.

 

Material: 50m Seil, 10 Expressschlingen, BD Cams 0,75 und 1, SU-Schlinge

 

Zustieg: Von der Voisthaler Hütte über einen Steig in 20 Min. zum Wandfuß zur linken der beiden Gedenktafeln, genau in Falllinie des markanten dunklen Kamins. Vom Wandfuß ca. 30 Meter über einfache Schrofen aufwärts in eine Einbuchtung zum Standplatz. Bohrhaken und Bügel auf der rechten Seite knapp unterhalb einer Verschneidung.

 

Abstieg: Richtung NO über die Wiese zu Steinmann absteigen und kurz in eine Rinne abklettern (1+), dem Steig folgend bis man zum Weg der zur Hühnersteigen führt trifft. In kürze über Schotter retour zum Einstieg, 15 Min.

Alternativ kann mit 60m! Halbseilen über das genial ausgesetzte Aflenzer Dachl abgeseilt werden. Der erste Abseilstand befindet sich etwas westl. vom Ausstieg knapp unterhalb der Hochfläche. HSA + Ring. Topo Karlmauer – Aflenzer Dachl

 

Es zahlt sich aus die Stufendiagonale mit einer weiteren Tour an der Karlmauer (zB.Rudi Postl Gedächtnisfürhre, Urlaubstag) oder an den Edelspitzen (zB Bergzigeuner, Plattenverschneidung) zu kombinieren.

 

Topo Karlmauer – Stufendiagonale

 

05 Sep

Dachstein – Steinerweg

 

Endlich hat es gepasst und Herr Dr. Wolle konnte sein Geburtstagsgeschenk zum 30er einlösen So sind wir vor kurzem bei traumhaftem, aber etwas warmen Wetter auf Irg Steiners Spuren durch die Dachstein Südwand geklettert. Nicht zu Unrecht ist der Steinerweg die bekannteste Felstour der Steiermark und steht bei vielen Kletterern ganz oben auf der Wunschliste! Die Begehung dieser Route ist ein einfach ein ganz besonderes Erlebnis.

 

Den Steinerweg, sowie weitere Klettertouren in der Dachstein Region habe ich als geführte Touren im Programm:

http://www.chri-leitinger.at/sommer/?type=11

 

01 Sep

Kinderklettern am Seeberg

 

Vergangene Woche ist das Kinderklettern, organisiert durch das Netzwerk Meilenstein, am Seeberg über die Bühne gegangen. Acht junge Bergfexe aus der Region haben ihr Talent am Fels gezeigt. Dabei wurden Routen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden bezwungen: von flach bis steil, von leicht bis ganz schön schwer…

 

Nach einer Stärkung am Lagerfeuer durften sich die jungen Kletterer zum Abschluss noch selbständig über die Felswand abseilen.

 

Nach so viel Spaß ist eine Wiederholung geplant!

 

01 Sep

Ringkamp – Markus Faiman Gedächtnisweg

 

Der Faiman Gedächtnisweg in der beeindruckenden Kulisse des oberen Ringes zählt für mich zu den lohnendsten Touren des gesamten Hochschwabs. Mit Ausnahme der ersten Seillänge fast durchgehend sehr guter, fester und teilweise wasserzerfressener Fels. Die Plattenlängen im Mittelteil sind ein Traum und die steilen Verschneidungslängen im oberen Teil suchen ihresgleichen! Das Ambiente ist sowieso einmalig.

 

Die Kletterei gestaltet sich recht abwechslungsreich. Insgesamt ist die Tour mit Bohrhaken und einigen Normalhaken recht gesichert. Zusätzlich braucht man Friends bis BD Cam 2. Trotzdem bleiben im 5. und 6. Grad ein paar weitere Abstände, die geklettert werden müssen.

 

Material: 60m Halbseile, 10 Exen, BD Cams 0,4 – 2, keine Keile notwendig

 

Zustieg: Von Weichselboden auf der flachen Forststraße in die Höll und weiter den roten Markierungen und Steinmännern bis in den oberen Ring folgen. Teilweise sind die Steigspuren nur sehr schwach ausgeprägt. Zum Schluss rechtshaltend über grasige Buckel zum Vorbau queren; Rucksackplatz (ca. 3 Std.).

 

Abstieg: am besten mit 60m Halbseilen 7x über die Tour abseilen. Fußabstieg möglich aber langwierig. Vom Rucksackplatz nach Weichselboden ca. 2 Std.

 

Topo mit Infos vom Erstbegeher:

Ringkamp – Faiman Ged. Weg1

Ringkamp – Faiman Ged. Weg2

Ringkamp – Faiman Ged. Weg3

 

 

 

03 Aug

Hochschwab – Plattenspieler

 

Der Plattenspieler ist eine recht neue Tour durch den zentralen Teil der Hochschwab Südwand, die immer knapp links des Knablwegs verläuft. Die Felsqualität ist unten hui oben – naja…

 

Die steilen Plattenlängen zu Beginn gehören sicher zum Besten was der Schwobn zu bieten hat, die Länge über den Wulst ist auch noch gut und löst sich überraschend einfach auf. Danach steht man leider schlagartig im grasig-brüchigen Gelände und das ändert sich mit Ausnahme einiger gesuchter Plattenstellen bis zum Gipfel nicht mehr wirklich.

 

Die Absicherung ist gut bis sehr gut. Zusätzliche Sicherungsmittel sind nicht notwendig. Der Plattenspieler startet beim Einstiegshaken vom Knablweg und geht erst linkshaltend im leichten Gelände hoch. Danach gibt es keine Orientierungsprobleme mehr. Obwohl anscheinend zum Abseilen eingerichtet (Kettenstände mit Ring), sollte man auf Grund der erheblichen Steinschlaggefahr einen anderen Abstieg wählen!

 

Material: 50m Seil, 10 Expressschlingen, evtl. Schlingen zum Verlängern

 

Topo zur Verfügung gestellt von Thomas Behm:

Hochschwab – Plattenspieler

 

 

31 Jul

Chamonix – kurz und bündig!

 

Am ersten Tag ging es in einer gemütlichen Wanderung vom Col de Balme zur renovierten Albert 1er Hütte auf 2706m. Die Renovierung hat aus der vergammelten Bude ein echtes Schmuckkästchen gemacht in dem man sich gleich wohlfühlt.

 

Nach einer kurzen Nacht sind wir um 2:30 über den Glacier du Tour zum Beginn des Forbes Grates auf der Aiguille du Chardonnet 3824m marschiert. Dank der kühlen Nacht war der Schnee schön durchgefroren und erleichterte das Vorankommen sehr. Über eine schöne Firnrinne und –flanke mit bis 50 Grad Steilheit erreichten wir recht kurzweilig den Beginn des eigentlichen Forbes Grat. Der Grat bietet traumhaft Kletterei, abwechselnd in Firn und besten Chamonix-Granit. Die Aussicht in das Trient- und Argentierebecken, die einem auf diesem Grat begleitet ist besonders beeindruckend!

Der Abstieg ist seit meinem letzten Besuch durch den Gletscherrückgang auch nicht einfacher geworden und so haben wir uns mit zwei sympathischen Typen aus Sheffield zusammengetan und sind gemeinsam abgeseilt/abgestiegen.

 

Tags darauf brachte uns die Aiguille di Midi Bahn in 20 Minuten von Chamonix rauf auf 3810m. Unser Start 1,5 Std. nach der ersten Masse an Bergsteigern erwies sich als genau richtig. Ohne Stau und Gedränge konnten wir den kurzen und abwechslungsreichen aber auch sehr beliebten Cosmiques Grat klettern. Am großen Gendarm konnten wir zwei Sportkletterer beobachten die sich jeweils an Touren im unteren 10. Grad versuchten. Nach dem Cosmiques Grat sind wir bequem mit der Panorama Bahn zur neuen Turiner Hütte gefahren wo wir die Nacht verbracht haben.

 

Am letzten Tag ging es wieder früh los. Um 2:30 stiefelten wir über den hart gefrorenen und mondbeschienenen Gletscher zum Einstiegscouloir des Kuffner Grates. Nach einem gar nicht so leichtem Bergschrund und etwas Blankeis am Ende des Couloirs erreichten wir den eigentlichen Grat Beginn. Trotz perfekter Bedingungen am Grat war außer uns nur eine weitere Seilschaft unterwegs. Der Kuffner Grat zählt zu den schönsten seiner Art in Chamonix und bietet super Kletterei bis zum Schwierigkeitsgrad 4+ und 50 Grad im Schnee. Der Sonnenaufgang, der den Grat und die nahe Brenvaflanke des Mont Blanc zum Leuchten bringt ist atemberaubend! Trotz der vielen Fotopausen, die sich wirklich gelohnt haben, stehen wir schon  knapp sechs Stunden nach Aufbruch auf dem Gipfel des Mont Maudit 4465m und genießen das Panorama.

06 Jul

Turm – Rapunzel´s Rache

 

Der Turm ist eine imposante, freistehende Felsformation am hintersten Ende des Brunntales. Der Normalweg von der südlichen Turmscharte erfordert immerhin eine Kletterei im Bereich 3+ im Aufstieg und einen nicht ganz banalen Rückweg. Die übrigen Anstiege von Schinko, Zacharias und Co. sind entweder leicht und herb brüchig oder deutlich schwerer, aber schon etwas in die Jahre gekommen. Daher halten sich die Einträge im Gipfelbuch, das 1962 hinterlegt wurde, sehr in Grenzen.

 

Nach langem Dornröschenschlaf hat sich nun am Turm wieder etwas getan. 2014 wurde Rapunzel´s Rache an der Westwand erstbegangen. Hannes und ich haben uns die Neutour angeschaut und gleich die erste Wiederholung abgestaubt 😉

 

Die 7 SL-Tour zieht recht schräg bis unter den Gipfelaufbau und endet (vorerst?) dort. Die Kletterei wechselt zwischen rauh, fest und henkelig bis hin zu bröselig, brüchig alpin. Im Gesamten eher etwas für alpin versierte Kletterer. Für all jene, die sich auch abseits von akribisch geputzten Plaisierloipen wohlfühlen und einen Tag in der Einsamkeit der Hochschwab Nordseite verbringen wollen aber auf alle Fälle einen Besuch wert! Achtung auf die Seilreibung (Halbseiltechnik angenehm) und den großen Block am Beginn der Schlüsselstelle.

 

Die Absicherung mit Bolts und Sanduhrschlingen ist an den schweren Stellen gut, im leichteren Gelände auch weitere Abstände oder mobile Sicherungsmittel. Die Standplätze sind zum Abseilen eingerichtet. Uns erschien die Abseilerei über die schräg verlaufende Tour zu umständlich. Daher sind wir weitere drei SL im leichten Gelände (2-3), Stand an Lärchen und Latschen, zum Gipfel geklettert.

 

Zustieg: Vom Parkplatz beim Brunnsee der flachen Forststraße erst an der rechten, nach der Querung des Bachbetts auf der linken Talseite folgen. Zuletzt steiler werden in Sepentinen bis an das Ende des Ziehweges. Weiter über einen Steig, der nach einem kleinen Sattel auf ein Schotterfeld hinabführt. Dieses queren und dem hier nur mehr schwach ausgeprägten Steig weiter aufwärts bis zu einer Jagdhütte folgen. Kurz nach der Hütte, noch vor der Quelle, weglos aufwärts links am Vorbau vorbei zum Einstieg (Schlinge). Flotte 2 Std. oder gemütliche 3 Std.

Zufahrt mit dem MTB wäre verlockend ist aber a) streng verboten und b) muss man am Taleingang unmittelbar am Jagdhaus vorbei… 🙁

 

Abstieg: Der Abstieg über den Normalweg erfordert absteigen/abklettern im brüchigen Schrofengelände bis zum 2. Schwierigkeitsgrad. Vom Gipfelkreuz Richtung Süden ca. 70m orographisch leicht linkshaltend in eine Rinne mit kurzen kaminartigen Stellen absteigen/abklettern bis man rechts ein Köpfel mit Schlinge sieht. Unmittelbar daneben befindet sich ein gebohrter Abseilstand. Von hier 50m abseilen und entweder Richtung SO-Kante traversieren und zur südlichen Turmscharte abklettern (2) oder von einer massiven Latsche (Reepschnur) noch einmal ins Kar abseilen.

 

Material: 8 Expressschlingen, BD Cam 0,4-1, 55m Halbseile

 

Danke an die Erstbegeher für das Topo!

Topo: Turm – Rapunzels Rache

 

03 Jul

Karlmauer – Aflenzer Dachl

 

Das 1966 erstbegangene Aflenzer Dachl wurde die letzten Jahre (oder Jahrzehnte?) vor der Sanierung auf Grund der zweifelhaften Haken nicht mehr wiederholt. Nach der umfassenden Sanierung durch Roland Lenes und Gefährten lässt sich die Tour nun absolut stressfrei klettern und eignet sich auch für die ersten Versuche mit Leiter und Fifi.

 

Bei einer Begehung wird der eine oder andere vielleicht zwischen völlig bescheuert und total genial schwanken. Obwohl das Hangeln von Bolt zu Bolt eher eine akrobatische Übung als eine alpinistische Leistung ist, saugt die Tiefe spätestens ab der dritten Länge so richtig. Die Längen nach dem Dach bieten bis auf eine A0-Stelle (od. 7+/8-) relativ leichte aber schöne Freikletterei in gutem Fels.

 

Zustieg: Von der Voisthaler kurz einem Steig durch die Latschen folgen und dann weiter über Schotter bis unter die Karlmauer Nordwand. Der Einstieg befindet sich rechts vom Rudi Postl Ged. Weg. 30 Min.

 

Abstieg: Mit 60 Meter Halbseilen 3x über die Tour abseilen. Der letzte Abseiler von der Dachkante ist komplett freihängend (genial!). Zu Fuß vom letzten Stand über Schrofen zum Gipfel. Von dort über schwache Steigspuren (Stellen 1+)über den NO-Grat in Richtung Edelspitzen absteigen. Von der Einsattelung bei der Westlichsten Edelspitze über Geröll retour zum Einstieg bzw. zur Hütte.

 

Material: Halbseile, je zwei Leitern, Fifi und ausreichend Expressschlingen oder sparen und ein paar Bolts auslassen 😉 Friends und Keile nicht notwendig.

 

Danke an Harry Krishna für das Topo!

Topo Karlmauer – Aflenzer Dachl

 

Die Fotos entstanden anlässlich einer Begehung im Winter 2011.

 

25 Jun

Hochschwab – Himmelblau

 

Die Route Himmelblau im linken Wandteil der Hochschwab Südwand ist zwar nicht mehr ganz neu, wurde aber bislang nur selten wiederholt. 2005 von Sepp und Happi erstbegangen folgt sie großteils der Abseilpiste. Den Ein- und Ausstieg teilt sich die Tour mit der „Reif für die Insel“.

 

Himmelblau bietet auf fünf langen Seillängen großteils sehr schönen, festen und gut strukturierten Hochschwabkalk. Wer will kann durch die zahlreichen Abseilstände die Längen auch gut verkürzen. Zwischen den einzementierten Abseilhaken finden sich einige Bolts, übersichert ist die Tour damit aber nicht. Ein kleiner Satz Cams kann durchaus gute Dienste leisten. Der obere 4. Grad sollte trotzdem sicher beherrscht werden.

 

Durch die Nähe zur Abseilpiste ideal als Aufwärmtour um danach noch eine weitere Südwandroute anzuhängen.

Fazit: Empfehlenswerte Genussroute im gemäßigten Schwierigkeitsgrad!

 

Topo Hochschwab – Himmelblau

 

23 Jun

Verhältnisse in der Hochschwab Südwand

 

Die Zustiege zur Hochschwab Südwand sind großteils schon schneefrei. Domenigg, Baumgartner, Reif für die Insel, Abrüster & Co sind schon ohne Schneekontakt erreichbar.

Beim Kleinen Schwobn und im Bereich Knablweg bzw. Rambos Dornröschen müssen noch Schneefelder gequert werden. Am Dienstag hat die Wand hat trotz der starken Regenfälle der vergangenen Tage sehr rasch aufgetrocknet.

 

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21 Jun

Panoramatafel am Hochschwab

 

Vor zwei Wochen wurde eine Panoramatafel aus Edelstahl am Hochschwabgipfel instaliert. Die Scheibe mit einem Druchmesser von 1,2m zeigt 40 Gipfel rund um den Hochschwabs. Heute fand die feierliche Einweihung durch Pfarrer Giovanni Prietl statt. Die Panoramatafel wird künftig allen Interessierten zur Orientierung auf dem höchsten Gipfel des steirischen Gamsgebirgs dienen.

 

Herzlichen Dank an:

– Initiator Werner Graff

– Sven Leitinger von Salzburg Research für die graphische Umsetzung

– Böhler Edelstahl, Technik Center und Böhler Ausbildungszentrum für die Anfertigung

– ÖAV Sektion Voisthaler für die Organisation des Heli-Transports

– Günther Vieweg, Christian Toth, Hans und Maria Leitinger für die Montage

– Giovanni Prietl für die feierliche Segnung

 

20 Jun

Seilzugangstechnik und Höhenarbeit

 

Ende Mai habe ich mit drei weiteren Kollegen am Lehrgang für Industriekletterer Level 1 und 2 teilgenommen. Neben einfachen Seilmanövern wie abseilen über Zwischenstände/Knoten oder Seilwechsel im Auf- und Abstieg stand vor allem die Bergung von Verletzten aus schwierigen Situationen im Vordergrund. Es waren auf alle Fälle fünf lehrreiche, intensive und anstrengende Tage, die sich wirklich bezahlt gemacht haben.

 

20 Jun

Update Gletscher & Grate

 

Nebel – Regen – Sonne –Regen – Sonne – Regen – Nebel…

 

… und trotzdem waren die vergangenen Tage auf der Simonyhütte eine super Sache! Rund um die Hütte haben wir für jedes Wetter die passende Möglichkeit gefunden und konnten jede Menge Themen rund um Fels und Gletscher üben. Neben einer kleinen aber feinen Klettertour auf das Schöberl standen vor allem diverse Sicherungs- und Bergemethoden auf dem Programm. Die Teilnehmer sind jetzt in Sachen Hochtour wieder up to date!

 

08 Mai

Kletterpark Wegscheid

 

Dieses Wochenende war Zeit, den neueröffneten Kletterpark Spielmäuer in Wegscheid einen Besuch abzustatten um sich selbst ein Bild über das Projekt der Naturfreunde Mariazell zu machen. Schon beim Zustieg sieht man, dass hier ganze Arbeit geleistet wurde. Ein geschotterter Weg führt zur neuen Brücke über den Gollradbach. Danach geht es über einen schönen Wanderweg die Hänge zu den Einstiegen hoch.

 

Links vom Einstiegsbankerl geht es zum Mariazeller Steig (B/C) bzw. zur Himmelsleiter (D), der schweren Variante die im oberen Bereich abzweigt. Weiter rechts den Wandfuß entlang erreicht man den Einstieg des Kirchbogensteigs (C).

 

Der Mariazeller Steig ist recht einfach, großteils geht es im Bereich A/B dahin, zwischendurch gibt es ein paar Passagen die schwieriger sind. Auffallend sind die unzähligen Trittbügel die hier verbohrt wurden. Im oberen Bereich haben wir uns für den Ausstieg über die Himmelsleiter entschieden. Die Strickleiter wackelt ordentlich und ist schön ausgesetzt, nur das Umhängen ist hier etwas mühsam. Obwohl dieser Teil nicht wirklich anstrengend ist, wird wohl der Eine oder Andere hier die Komfortzone auf Grund des Tiefblicks verlassen. Nach der Leiter folgt noch ein steiler Abschnitt bevor man im Zick-Zack den Ausstieg erreicht.

 

Der Kirchbogensteig ist anspruchsvoller als der Mariazeller Steig, bietet aber immer noch moderate Schwierigkeiten. Highlight ist die eindrucksvolle Felsformation beim Krichbogen, durch die der Klettersteig führt. Uns hat dieser Steig auf alle Fälle besser gefallen als die Kombination Mariazeller Steig/Himmelsleiter – landschaftlich top! Wehrmutstropfen bei beiden Steigen: übermäßig viele künstliche Tritte, noch einiges an losem Gestein vorhanden und immer wieder zu kurze Anker (Quetschgefahr).

 

Der Abstiegsweg ist gut markiert und bietet einen schönen Ausblick auf Kastenriegel, Hochweichsel & Co. Der kurze Umweg zur sagenumwobenen Teufelsbrücke zahlt sich aus!

 

Im Einstiegsbereich wurden noch 17 Sportkletterrouten und zwei Mehrseillängentouren eingebohrt. Die Absicherung ist sehr eng mit Niro-HSA und Klebehaken. Die schwierigeren Touren erinnern an die Baseclimbs in der östl. Hundswand. Einen Bericht wird es hoffentlich bald in meinem Blog geben.

 

Detailinfos von den Klettersteigen inkl. Topo:

http://www.bergsteigen.com/klettersteig/steiermark/hochschwab-gruppe/tristans-kirchbogensteig-klettersteig-spielmaeuer

 

Den Naturfreunden ist mit dem Kletterpark in Wegscheid ein schönes Projekt gelungen, das die Region auf alle Fälle bereichert.

 

Geführte Touren inkl. Leihausrüstung und Klettersteigkurse auf Anfrage!

 

30 Apr

Seil- & Rettungstechnik

 

Dein Kletterpartner ist beim Alpinklettern nach einem Griffausbruch ein paar Meter ins Seil gestürzt. Keine dramatische Verletzung, aber er kann nicht mehr selbständig abseilen. Hubschrauberbergung ist wegen des aufziehenden Nebels nicht möglich. Bist du in der Lage, deinen Kollegen aus der Wand zu bergen? Schneller als einem lieb ist kann man in eine solche oder ähnliche Situation kommen:  http://www.chri-leitinger.at/kletterurlaub-mit-zwischenfall/

 

Die Teilnehmer des Intensivkurses sind jetzt bestens gerüstet für solche und ähnliche (Un-) Fälle. An zwei spannenden Tagen haben sie Schritt für Schritt alles Notwendige in Selbst- und Kameradenrettung kennengelernt und geübt.

 

Lastübertragen, Flaschenzüge, Seilverlängerung, Quergangsbergungen etc. lösen bei den hochmotivierten Teilnehmern in Zukunft kein Kopfzerbrechen mehr aus.

 

Mach dich auch seiltechnisch fit für die kommende Klettersaison:

http://www.chri-leitinger.at/kurse/?type=15&kurs=summer

 

29 Apr

Ein paar Tage Chamonix…

 

Ende März ging es mit Phil nach Chamonix. Als erste Tour entschieden wir uns für das Couturier Couloir an der mächtigen Aiguille Verte (4.122m). Dank der perfekten Verhältnisse konnten wir auf das Seil verzichten und kamen so recht zügig voran. Auf den letzten 200 Höhenmetern machte sich die fehlende Akklimatisierung doch bemerkbar. Trotzdem standen wir nach nur 3,5 Stunden auf dem windstillen Gipfel und wurden mit einem phantastischen Rundblick belohnt. Da sich die Verhältnisse im Whympercouloir als sehr gut erwiesen, entschieden wir uns eine Skiabfahrt zu wagen. Einen ausgesetzten Schneegrat, eine Abfahrt mit knapp 55 Grad Steilheit und eine Stunde später erreichten wir den Auslauf des Couloirs. Der Rückweg über die Courvercle Hütte und das Valleé Blanche nach Chamonix waren anstrengend aber nur mehr Formsache. Knapp 8 Stunden nach unserem Start an der Grands Montets Bahn gabs das wohlverdiente Bier in Chamonix.

 

Nach einem verregneten Rasttag entschieden wir uns bei mäßigen Wetter, die Route „M6 Solar“ an der Pointe Lachenal zu klettern. Die Tour bietet super Mixed-Kletterei mit ein paar wirklich schönen Längen. Die Standplätze sind mit Normalhaken zum Abseilen eingerichtet, dazwischen steckt bis auf zwei, drei Haken nichts. Friends und Keile können aber perfekt eingesetzt werden. Zurück nach Chamonix ging es im Blindflug durch das Valleé Blanche.

 

Nach einem weiteren, sturmbedingten Rasttag stand der Gran Paradiso (4.061m) im italienischen Val d´Aosta am Programm. Als Tagestour ohne Hüttenübernachtung mit etwas mehr als 2100 Höhenmetern eine ganz ordentliche Runde. Mittlerweile relativ gut akklimatisiert ging es recht zügig zur Vittorio Emauele Hütte und nach einer kurzen Teepause weiter zum recht windigen Gipfel, den wir nach etwas mehr als fünf Stunden erreicht haben. Die Abfahrt über die mäßig geneigten Gletscherhänge war vom Feinsten und auch der schon etwas weiche Teil in talnähe war noch ganz ok.

 

An den noch folgenden Tagen machte uns leider der Föhnsturm, die einhergehende Lawinengefahr und starker Nebel einen Strich durch die Rechnung. Aber schon allein der Trip auf die Verte war die Reise wert!

 

09 Mär

Skiwoche in Krasnaya Polyana / Sochi

 

Meine letztjährige Erkundungswoche in Krasnaya Polyana/Sochi hat mir so gut gefallen, dass ich heuer Mitte Februar mit einer obersteirischen Gruppe wieder in den Kaukasus geflogen bin. Geplant waren Skitouren und Variantenfahren in und um die olympischen Skigebiete im Raum Krasnaya Polyana.

 

Eigentlich wär die Woche perfekt gewesen: gutes Hotel, ausgezeichnetes Essen, bestens präparierte Pisten, günstige Liftpässe… eigentlich, denn das Wichtigste hat leider nicht mitgespielt: das Wetter. Regen bei der Anreise und zu hohe Temperaturen an den folgenden Tagen haben für jede Menge Nassschneerutsche gesorgt und so mussten wir die ersten Tage auf der Piste und mit einer Mini-Skitour verbringen. Mit der Aussage: „Ihr habt die schlechteste Woche der Saison erwischt“ hatte mein russischer Kollege wirklich recht. Zwei Tage nach unserer Abreise kam wieder eine ordentliche Ladung Pulverschnee…

 

Mit der Tabunnaya (2.352m) ist uns an einem traumhaft schönen Tag doch noch eine ausgedehnte und lohnende Tour geglückt. Tags darauf sind wir eine weitere kleine, aussichtsreiche Skitour über einen Teil der Aibga-Kette gegangen und haben dabei sehnsüchtig auf die vielen Tourenmöglichkeiten im Westkaukasus geschielt.

 

Zum Abschluss unserer Kaukasuswoche haben wir eine interessante Sightseeing-Tour ins nahe gelegene Sochi unternommen wo unter anderem der Besuch des olympischen Parks auf dem Programm stand.

 

11 Jan

Plan B oder Winterklettern am Hochlantsch

 

Wenn Plan A – Eisklettern in der Breitenau – auf Grund der hohen Temperaturen und der mäßigen Eisqualität wenig Spaß bereitet, muss Plan B her. Wie schon so oft in der Winterzeit der letzten Jahre, ist es daher wieder einmal zur Nordseite des Hochlantsch gegangen.

 

Die nordseitige Ausrichtung, der alpine Touch und die vielen Graspolster haben den Hochlantsch in den letzten Jahren zu einem Kleinod der Winterkletterei werden lassen. Der relativ kurze Zustieg zur Wand (je nach Tour 1 – 1,5 Std.) ist durch die regelmäßigen Begehungen des Klettersteigs auch bei höherer Schneelage meist gut gespurt. Der Großteil der Touren ist mit einem Mix aus alten und neuen Bolts und Normalhaken abgesichert. Ein Satz Friends und Keile gehören im Winter aber zur Standardausrüstung.

 

Gestern haben wir uns den Westgrat (4+) angeschaut. Die Tour ist mit 5 SL recht kurz, hat mir aber auf meiner Liste der Winterklettereien noch gefehlt. Da der Fels in den ersten beiden Längen zum Teil recht plattig war, hat sich die Kletterei gar nicht so einfach gestaltet. Dafür sind die folgenden zwei Längen vom Feinsten. Zum Abschluss folgt noch ein botanischer Ausstiegsgrat.

 

Die Absicherung mit BH + NH ist quantitativ ok. Die teilweise auch an den Standplätzen vorhandenen alten 8er Spits sind aber nicht soooo vertrauenserweckend. Trotzdem eine der lohnendsten Winterklettereien am Hochlantsch.

 

 

05 Jan

Erst Frühjahrsfirn – dann Pulvertraum

 

Auch heuer bin ich wieder für das Alpincenter Lech als Guide am Arlberg unterwegs. Als ich zu den Weihnachtsfeiertagen nach lech gekommen bin, hat es schneemäßig erstmal nicht so gut ausgesehen. Abseits der Pisten waren nur sehr wenige, kleine Skitouren möglich. Durch die anhaltende Schönwetterlage kam zwar kein Schnee, dafür gab es Ende Dezember schöne Firnverhältnisse, wie sonst nur im Frühjahr.

 

In der Nacht vom 2. auf den 3. Jänner hat sich Frau Holle dann endlich doch ins Zeug gelegt und für 30cm feinsten Pulver gesorgt. An den letzten Tagen sind dann noch weitere 20cm dazugekommen, so dass jetzt schöne Abfahrten im Variantenbereich möglich sind.

 

Ich bin gespannt wie es weitergeht!

 

16 Dez

Schartenspitze – Unteres Diagonalband

 

Das Diagonalband kann als Einstiegsvariante zur Schartenspitz SW (Sikorovsky) geklettert werden. Man erreicht so den Stand der Sikorovsky unterhalb der oft nassen Rissverschneidung, die zur Schlüssellänge führt.

 

Die ersten vier Längen wurden bereits saniert. Die Abstände der Zwischenhaken reichen von Meterabständen bis zu mehreren Metern. Ab und zu macht zwischendurch ein Friend oder Keil durchaus Sinn. Felstechnisch reicht die Qualität von fest und tropfrauh bis zu bröselig-brüchig und grasig. Leider wurde bei der Sanierung neben Klebehaken auch minderwertiges und teilweise nicht genormtes Material verwendet. In Sachen Materialqualität hätte man sich erwartet, dass DER Sanierer des Hochschwabs es vorbildlicher angehen würde.

 

Ab der fünften Länge geht es noch original an alten NH weiter. Wer den folgenden, recht rustikalen Stand auslassen möchte, kann mit einem 60m-Seil bei einer massiven Latsche Stand beziehen. Von dort sind es nur mehr wenige Meter auf einem Grasband zur Sikorovsky. Die Bewertung aus dem Auferbauer-Führer mit 7- (oder 6/A0?) darf durchaus als hart bezeichnet werden, auch wenn es nur eine Einzelstelle ist. Der Rest bewegt sich meist im 5. und 6. Grad, wobei auch der Nachsteiger diesen Grad sauber klettern muss.

 

An Material hatten wir 60m HS, 10 Expressschlingen, mittlere Keile und BD Cams bis Gr. 2 dabei.

 

13 Okt

Westl. Hundswand – Horichweg saniert

 

Der Horichweg in der steilen westlichen Hundswand ist ziemlich in Vergessenheit geraten. Zu verwachsen waren die Risse, zu schlecht die meisten Haken. Zwei Mal hab ich mich die Tour im Originalzustand raufgekämpft. Einerseits hat man gesehen welches Potential im Horichweg stecken würde, andererseits ist wegen der üppigen Vegetation und dem morschen Material kein echter Klettergenuss aufgekommen.

 

Vor zwei Jahren haben wir dann nach Rücksprache mit dem Altmeister des Grazer Berglands mit der Sanierung begonnen und heuer im Herbst abgeschlossen. Da sich die Tour auf drei Längen Bolts mit der Casablanca teilt, haben wir insgesamt nur 11 Zwischenhaken gebohrt. Dazwischen lässt sich die Kletterei sehr gut mit Friends und Keilen absichern. An den Standplätzen gibt es jeweils zwei Bohrhaken.

 

Nach umfangreichen Grabungsarbeiten lassen sich die Riss- und Verschneidungslängen wieder gut klettern und bieten steile, ausgesetzte Kletterei in großteils festem Fels. Nur die letzte Länge ist „bio“ geblieben und erfordert vorsichtiges Klettern im grasigen Gelände.

 

Material: 50m Halbseile, 9 Expressen, Friends BD Cam 0,4-2, Keile. Wer die Tour konventionell (6-/A1,A2) klettern will braucht zusätzlich Expressschingen, mittlere Friends und einen BD Cam 3)

 

Abseilen: Vom Ausstieg links zur Abseilpiste der Casablanca/Magic Line. Die Abseiler befinden sich immer genau in FALLLINIE. Nicht zu den Ständen orogr. links pendeln. 4x abseilen (40m, 35m, 50m!, 30m). Der Horichweg selbst ist nicht zum Abseilen eingerichtet.

 

Topo: Hundswand – Horichweg

12 Okt

Wintermarkierung am Hochschwab erneuert

 

Da die Wintermarkierung am Weg über die Voisthalerhütte auf den Hochschwab teilweise schon in sehr schlechtem Zustand war, wurde sie heuer verteilt auf drei Tage erneuert und ergänzt. Insgesamt haben wir 45 Schneestangen und Markierungspflöcke aufgestellt und die Bestehenden, die sich durch Schneedruck gelockert haben, neu befestigt.

 

Vielen Dank an:

 

ÖBRD Ortsstelle Turnau für die Mithilfe beim Materialtransport

Voisthalerhütte für den Materialtransport per Seilbahn

Schiestlhaus für den Materialtransport per Helikopter

Almholz GmbH und Straßenmeisterei Seewiesen für das Material

 

09 Okt

Höllkamp – Mach dir dein du

 

Am Tag nach Begehung der Durststrecke ging es schon wieder auf die Nordseite des Hochschwabs um eine neue, lange Route zu klettern. „Mach dir dein du“ hat ebenfalls 17 Seillängen und ist noch etwas länger und spärlicher abgesichert. Obwohl die Tour laut Beschreibung mit vielen beliebten Hochschwabklettereien mithalten soll, konnte sie uns nicht überzeugen. Inhomogene Kletterei, die zwar streckenweise über guten Fels führt, oft aber auch brüchig ist oder über schottriges Gelände geht, schränken den Klettergenuss ein.

 

Zustieg

Von Weichselboden über die Forststraße in die Höll und bei der Tafel „Ringe“ rechts abzweigen und dem Weg bis zur Steilstufe zwischen unterem und oberen Ring folgen. Bei der Markierungsstange rechts in eine Schuttrinne queren. Einstieg unter drei Rissen, Bolt sichtbar (1,5 – 2 Std.).

 

Route

Harter Kaltstart in den mittleren der drei Risse und Quergang nach links (Seilreibung). Es folgen sechs Längen leichte Kletterei, gemischt mit Gehgelände und ein paar kurzen Aufschwüngen. Anschließend wird die Wand etwas steiler, die Felsqualität bleibt aber mäßig. Die Schlüssellänge lässt sich A0 klettern – dann etwa 7-/A0.

Achtung: die angegebenen Seillängen sind im Schnitt 5 bis 10 Meter zu kurz! Bein einigen Längen auf Seilreibung achten.

 

Absicherung

An den Standplätzen jeweils ein Bolt. Als Zwischensicherung gibt es sechs Bolts und einige NH und gefädelte Sanduhren unterschiedlicher Qualität. Nicht immer kann mobil optimal nachgebessert werden. Die Stände sind nicht immer ganz leicht zu finden.

 

Abstieg

Wir sind über die Edelbodenalm abgestiegen. Dazu leicht linkshaltend Rinnen absteigen und kurz abklettern bis man zum Beginn des Waldes kommt. Diesen fast waagrecht zur Wiese der Edelbodenalm queren und dem Steig unter dem Edler Kogel zum Miessattel folgen. Von dort nicht auf der Forststraße weiter sondern über einen Steig hinunter in die Höll und auf der Forststraße retour nach Weichselboden (2,5 Std.).

 

Material

BD Cam 0,4 – 3, Keile, 6-8 Expressschlingen

Wir hatten Halbseile mit ca. 58m (wurden mal abgeschnitten). Damit ist es sich ein paar Mal auf 2-3 Meter ausgegangen. Ob 55m-Seile reichen kann ich nicht sagen.

 

Topo

Richtiges Topo gibt es nicht. Das Wandfoto mit den Beschreibungen ist ok. Zur leichteren Wegfindung aber unbedingt die dritte Seite der Beschreibung mitnehmen. Die Fotos der einzelnen Längen sind bei der Orientierung hilfreich.

 

Höllkamp – Mach dir dein du

 

 

 

05 Okt

Brunnstein – Durststrecke

 

Das Topo der Durststrecke liegt schon jahrelang in meinen gesammelten Werken, aber irgendwie hat es sich nie ergeben um diesem wilden Winkel auf der Nordseite des Hochschwabs einen Besuch abzustatten. Letztes Wochenende war es dann aber tatsächlich soweit! Gemeinsam mit Phil konnte ich diese lange Alpintour am Brunnstein, in der beeindruckenden Umgebung der beiden Griessteine klettern.

 

Gleich vorweg: wir waren von der Tour wirklich angetan! Großteils guter, fester Fels, anspruchsvolle Kletterei und für so eine lange Tour kaum Zwischengelände lassen das Alpinkletterherz höher schlagen.

 

Trotz gebohrter Stand- und Zwischenhaken ist die Durststrecke absolut keine Plaisiertour! 31 Zwischenhaken auf mehr als 600 Klettermeter sprechen für sich. Mit einem Satz Friends und Keile lässt sich die Tour aber großteils gut absichern. Der im Topo angegebene Runout in der ersten 7- Länge lässt sich mobil gut entschärfen. Der erste Bolt in der zweiten 7- Länge muss aber beherzt angeklettert werden.

 

Zustieg

Vom Parkplatz am Brunnsee Richtung Lang Eibl Schlucht. Kurz vor Erreichen der Lang Eibl Schlucht rechts abzweigen. Das untere Griesgassl wird links durch einen massiven Felssporn begrenzt. Von links her über wegloses Gelände in den kleinen Sattel hinter den Felssporn aufsteigen. Vom Sattel in wenigen Minuten leicht fallend zum Einstiegsbühler (1,5 – 2 Std.). Nicht durch das untere Griesgassl auf- oder absteigen!

 

Route

Die Wegfindung an Hand des Topos ist problemlos. An den Standplätzen meistens zwei Bühler, teilweise aber auch nur ein Bühler mit Ring. Die Bewertung der 6er und 7er Längen ist hart aber fair. Bei den meisten leichteren Längen kann man aber einen halben bis ganzen UIAA Grad draufschlagen.

 

Abstieg

Die Tour ist zwar zum Abseilen eingerichtet, scheint aber recht mühsam zu sein. Zu Fuß folgt man erst dem Grat Richtung Kl. Griesstein folgen bis man in einer großen Grasmulde linkshaltend in das Griesgassl queren kann. Durch dieses absteigen/abklettern – absolute Trittsicherheit und etwas Spürsinn notwendig! Im Mittelteil orographisch eher rechts halten. Wer zu einem Abseiler mit zwei Klemmkeilen kommt ist zu weit links 😉 Vom Ausstieg retour zum Parkplatz am Brunnsee ca. 2,5 Std.

 

Material

55m Halbseile, 8 Expressschlingen, BD Cam Gr. 0,4 – 3, mittlere Keile

 

TopoBrunnstein – Durststrecke

05 Okt

Massiver Steinschlag an der Stangenwand!

 

Am 2. Oktober 2015 ist es an der Stangenwand Südwand zu massiven Steinschlagaktivitäten gekommen. Mehrere Kubikmeter Fels haben sich über die Südwand verteilt und sind bis weit in das obere Rauchtal auf den Wanderweg hinunter geflogen.

 

Alle Routen der Südwand bis zur Ertlschlucht; dh Südwand, Renaissance, Groove der Wildnis ua. sollten nicht geklettert werden!! Selbst am Wanderweg durch das Rauchtal befindet man sich im Gefahrenbereich!

 

Danke an Peter Pesendorfer für Fotos & Info!

 

05 Okt

Kletterurlaub mit Zwischenfall

 

Mitte September war es wieder soweit. Nach einer langen und nicht nur wettertechnisch außergewöhnlich schönen Sommersaison ist es zum fast schon obligatorischen Kletterurlaub nach Paklenica gegangen. Perfekter Kalk, coole Linien, Dinkos´ Fischplatte, ein bisschen chillen und der abendliche Sprung ins Meer – mehr braucht es nicht!

 

Die Woche ist mit alpinem Sportklettern, Sportkletterrouten abseits des Mainstreams und einem Stadtbummel in Zadar viel zu schnell vergangen. Zum Abschluss sind wir noch in die Nostalgija am Anica Kuk eingestiegen. Während ich mich einen 6er Riss rauframpfe stürzt in der daneben liegenden Mosoraski eine Britin und bleibt verletzt und stark benommen im Seil hängen. Ihr Kletterkollege bittet uns um Hilfe. Da wir keinen Handyempfang haben, seilen wir schnell eine Länge ab und queren etwas abenteuerlich rüber in die Mosoraski. Am Stand angekommen ist die Verletzte wieder ansprechbar, kann aber wegen der Schulterverletzung nicht mehr alleine abseilen. Gemeinsam mit meiner Kletterkollegin vom ÖBRD Tragöß beginnen wir mit der Bergung, die sich durch die teilweise schräg verlaufende Route nicht ganz einfach gestaltet. Nach fünf Abseilmanövern erreichen wir endlich den Wandfuß, wo die inzwischen alarmierte Bergrettung die Verletzte übernimmt und den weiteren Abtransport durchführt.

 

Ohne Handyempfang und fehlender Rettung aus der Luft zeigt sich, dass man sich selbst in einer recht beliebten Wand schnell einmal sehr exponiert wiederfindet. Ein mehr oder weniger regelmäßig besuchter 1.-Hilfe Kurs und grundlegende Kenntnisse in Seil- & Rettungstechniken sollten von jedem Kletterer beherrscht werden, der gerne in MSL-Touren unterwegs ist.

 

Passend dazu findest du hier einen 2-tägigen Kurs: Intensivkurs Felsbergetechniken

 

03 Sep

Hochtourenwoche in den Stubaier Alpen

 

Im heurigen Ausnahmesommer ist wenig Zeit geblieben, um mich meinem Blog zu widmen. Nach der (vorläufig?) letzten Hochtourenwoche gibt es aber wieder einmal einen kurzen Bericht über eine besondere Ausbildung.

 

Mein Bergführerkollege Bernhard und ich haben für den British Alpine Club 11 junge, motivierte Bergsteiger aus North Wales eine Woche lang durch die Stubaier Alpen begleitet. Die angehenden Instruktoren haben abwechslungsreiche und intensive Tage in den Tiroler Bergen erlebt. Die Ausbildung umfasste unter anderem Klettern, Klettersteige, Hochtouren, Seiltechnik und Eisklettern.

 

Auch das anfänglich schlechte Wetter konnte die Teilnehmer nicht bremsen. Sind sie es doch gewohnt ihre Touren in Wales bei meist regnerischem Wetter durchzuführen.

 

Besonders beeindruckt zeigten sich die jungen Bergsteiger auch von den Hütten im Gebiet. Die Gastfreundschaft, das urige Ambiente und das ausgezeichnete Essen waren auch für mich nach den Wochen in den Westalpen eine echte Freude.

 

15 Jul

Eiger – Mittellegigrat

 

Zwischen zwei Führungswochen in Chamonix ist Zeit geblieben um endlich einmal den Mittellegigrat auf den Eiger zu klettern. Geplant hatte ich die Tour mit einer Freundin, die es beruflich in die Schweiz verschlagen hat, ja schon vor zwei Jahren. Aber wie es halt so ist, hat das Wetter nie mitgespielt. Dieses Mal waren wir aber sehr zuversichtlich als wir die Jungfraubahn an der Station Eismeer verlassen haben.

 

Der Hüttenzustieg dauert zwar nur 2 Stunden, hat es aber etwas in sich. Erst muss der, durch Eisschlag bedrohte Chalifirn gequert werden, ehe man über zwei Seillängen im 3.-4. Schwierigkeitsgrad auf ein schottriges Bändersystem kommt, das nicht ganz offensichtlich zur kleinen aber feinen Mittellegihütte führt.

 

Über Nacht hat der Wind soweit zugenommen, dass um 5 Uhr morgens an einen Aufstieg nicht zu denken war. Außerdem war die Sicht durch starken Nebel auf wenige Meter eingeschränkt. So haben wir den Tag auf der Hütte mit Faulenzen, Lesen und Holzhacken verbracht…

 

Am nächsten Morgen dann perfektes Wetter: wenig Wind, sternenklar und nicht zu kalt. Um 4 Uhr 30 ging es dann über den gleich ordentlich ausgeprägten Grat Richtung Gipfel. Erst recht flach, steilt sich die Kletterei bald merklich auf, wobei es an den schwierigsten Stellen teilweise dicke Fixseile gibt. Der Fels ist zwar immer wieder einmal etwas brüchig, aber großteils wirklich fest und griffig. So macht die Kletterei richtig Spaß! Kurz unterhalb des Gipfels haben wir dann auf Steigeisen und Pickel gewechselt und sind der gut gefrorenen Spur über den scharfen Schneegrat auf den Gipfel gefolgt, den wir etwas überraschend schon nach 3 Stunden erreicht haben. Bei der verdienten Gipfelrast blieb genug Zeit, den Blick über die umliegenden 4000er des Berner Oberlandes schweifen zu lassen.

 

Nach der Pause ging es mit leichter Felskletterei und ein paar Abseilern über den Südgrat hinunter zum ersten Schneefeld wo wir wieder die Steigeisen angezogen haben. Der Weiterweg über die Eigerjöcher war ein ständiges Rauf und Runter im Wechsel zwischen Fels und Schnee, wobei die Felsqualität im Vergleich zum Mittellegigrat nicht mehr so schön war. Die Kletterei blieb aber allemal interessant und kurzweilig. Zuletzt gab es noch eine leichte Gletscherwanderung mit kurzem Gegenanstieg zurück zur Jungfraubahn, die wir in etwa 3,5 Stunden Gehzeit ab Gipfel erreicht haben.

 

Fazit: für mich eine der schönsten und abwechslungsreichsten Grattouren die ich in den Westalpen bisher unternommen habe, garniert mit einer wirklich feinen Hütte in Traumlage! Gründe genug um die Tour nächstes Jahr in mein Hochtourenprogramm aufzunehmen.

 

 

15 Jun

Winkelkogel – Zick Zack

 

Nach dem Zlattner Weg an der Schartenspitze konnte ich vergangene Woche mit der Zick Zack am Winkelkogel eine weitere Gruber-Kreation klettern. Die Tour wurde 1982 erstbegangen und mit Normalhaken abgesichert. Zick Zack bietet anspruchsvolle, alpine Kletterei in großteils sehr guten Fels, weist aber auch einige brüchige Passagen auf. Insgesamt aber auf alle Fälle eine lohnende Unternehmung!

 

Die Standplätze wurden 2005 teilweise mit NH nachgebessert und lassen sich zusätzlich mobil gut ergänzen. Die vorhandenen Zwischenhaken sind von unterschiedlicher Qualität und vor allem am Beginn der Schlüsselstelle eher dürftig. Über weite Strecken kann aber mit Keilen und Friends gut nachgeholfen werden. Den angegebenen BD Cam 4 für die letzte Seillänge hatten wir nicht dabei, würde den Überstieg am Wulst aber etwas angenehmer machen.

 

Die Bewertung der Erstbegeher passt soweit, allerdings sind auch die „leichteren“ Längen anspruchsvoll und sollten nicht unterschätzt werden.

 

Schönes Topo mit zusätzlichen Infos von Jo Friedl (flugmeter.info)

Topo: Winkelkogel – Zick Zack

 

12 Jun

Übungsleiter Mountainbike

 

Nach fast 20 Jahren Mountainbike-Abstinenz bin ich voriges Jahr etwas unverhofft wieder mit dem Bike-Virus infiziert worden. Das ist mittlerweile so weit gegangen, dass ich das Biken fast schon so intensiv wie den Klettersport betreibe. Daher habe ich vorige Woche die Gelegenheit genützt um gemeinsam mit den Trainer- und Bergführerkollegen vom risk ´n´ fun Team des ÖAV den Übungsleiter Mountainbike in Hippach zu absolvieren.

 

Neben einigen Theorieeinheiten und Fahrtechniktrainings, haben wir den Großteil der fünf Tage auf den lässigen Trails hoch über dem Zillertal verbracht. Für ordentlich Abfahrtshöhenmeter hat dann noch ein spannender Tag im Bikepark Wildkogel gesorgt.

 

Ein herzliches Dankeschön an unsere Trainer Rene Sendlhofer von Bikefex und Paul Mair für die lehrreichen Tage, sowie unseren Gastgebern Jürgen und Noelia von der Mountainlodge Backyard Austria für die entspannte Atmosphäre im „Chillertal“.

 

09 Jun

Verhältnisse Hochschwab Südwand

 

Ein Blick in die Südwand zeigt, dass die Hitze der letzten Woche ganze Arbeit geleistet hat. Neben dem üblichen Schneefeld am Einstieg gibt es nur mehr ein paar kleine Schneeflecken am Ausstieg. Einem ungetrübten Klettergenuss steht also nichts mehr im Weg!

 

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08 Jun

Schartenspitze – Zlattner Weg

 

Der Zlattner Weg ist eine alte Freiklettertour der Gebrüder Gruber, die nur selten wiederholt wurde. Zusammen mit den drei Seillängen vom Bruckerweg bietet die Route homogene Schwierigkeiten, erfordert aber Eigeninitiative was die Absicherung betrifft. Diese ist nur spärlich vorhanden, kann aber großteils gut nachgebessert werden. Trotz brüchiger Passagen in der 2. und 3. SL ist der Zlattner Weg für den klemmkeilinteressierten Alpinkletterer durchaus lohnend.

 

Schartenspitze – Zlattner Weg

 

30 Mai

Kletterverhältnisse Hochschwab

 

Da es in letzter Zeit ein paar Anfragen zu den Kletterverhältnissen am Hochschwab gegeben hat, ein kleines Update. In der Hochschwab Südwand liegt noch einiges an Schnee (siehe Foto). Schneefrei sind die tieferliegenden Wände wie zB Hundswand, Höllmauer (im Stangenkar noch Schneeflecken), Schartenspitz, Höchstein, Festlbeilstein…

 

In den höherliegenden Karen und ab dem Voisthalergassl gibt´s stellenweise auch noch Einiges an Schnee.

 

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28 Apr

Chamonix-Impressionen

 

Aus unserem 1 1/2-wöchigen Urlaub in Chamonix ist wetterbedingt leider nur ein Kurztrip geworden. Und obwohl wir unsere zwei großen Ziele auf nächste Saison aufschieben mussten, konnte ich mit meinem Bergführerkollegen Jürgen doch ein paar schöne Touren klettern. So hat sich die Fahrt in die Hauptstadt des Alpinismus wieder einmal gelohnt!

 

21 Mär

Gebietscheck Krasnaya Polyana / Sochi

 

Oleg, ein Geschäftsmann, mit dem ich seit meinem Studium an der Voronezh State University befreundet bin, hat mich nach Sochi zum Skiurlaub eingeladen. Das lasse ich mir natürlich nicht entgehen. Die Ankunft am Flughafen ist etwas skurril: Meerblick, überall Palmen und 15 Grad Plus – keine Spur von Winter. Sein Fahrer bringt uns aber in einer knappen Stunde nach Krasnaya Polyana, dem Austragungsort der Alpinen Bewerbe bei der letztjährigen Olympiade. Unser Hotel überrascht mit westlichen Standard und ausgezeichnetem Service – eher Ausnahme als Regel in Russland. Nur der „russische Disneyland-Style“, in dem auch 90% der übrigen Hotels gebaut wurden wirkt etwas eigenartig.

 

Die folgenden sechs Tage verbringen wir in den Skigebieten Rosa Khutor, Alpika Service und Gornaya Karusel, die nur wenige Autominuten vom Hotel entfernt liegen. Doppelmayr und ein französisches Unternehmen haben hier ganze Arbeit geleistet und so geht es meist sehr komfortabel nach oben. Der Ausblick von den Bergstationen zum Schwarzen Meer und zum Grenzkamm Richtung Abchasien ist atemberaubend. Da es in den Tallagen recht warm und so eine Beschneiung kaum möglich ist, spielt sich das eigentliche Skifahren in Höhenlagen zwischen 900 m und 2400 m ab. Die Pistenverhältnisse sind vom Feinsten! Der trockene Schnee ist extrem griffig, bestens präpariert und zudem gibt es kaum eisige Stellen und auch nachmittags noch keine Buckelpiste.

 

Das Beste sind aber die Variantenabfahrten, vor allem in Rosa Khutor. Unzählige Couloirs, die man teilweise direkt über die Piste oder über einen kurzen Aufstieg erreicht, lassen das Herz höherschlagen. Vom einfachen und recht breiten Jureev-Couloir bis zum sehr schmalen und über 50 Grad steilen „Suizid“-Couloir mit 600 m Höhendifferenz ist alles dabei. Gefahren wird, bis nachmittags die Oberschenkel den Dienst verweigern…

 

Da der letzte Schneefall schon eine Woche her ist, müssen wir zum Powdern etwas mehr Zeit investieren, was sich aber wirklich lohnt. Kaum ist man 20 Minuten vom Skigebiet entfernt hat man ganze Kare für sich alleine. Weiter oben freie Hänge, unten lässige Tree-Runs die noch entspanntes Schwingen erlauben.

 

Was mich besonders freut: es vergeht kaum ein Tag an dem ich nicht irgendein bekanntes Gesicht treffe. Zwei russische Freeride Guides kenn ich vom Bergsteigen im Besengi, ein Freund aus Voronezh arbeitet beim Lawinendienst, zwei Mädels aus Sochi hab ich vor Jahren auf einem Bergsteigerfestival am Belaya Gora kennengelernt, Svetlana aus Moskau am Mt. Blanc… So gibt es neben Infos aus erster Hand auch genug Gründe zum Feiern!

 

Die Woche vergeht viel zu schnell, aber da ich schon einmal im Kaukasus bin, möchte ich mir auch noch das Skigebiet am Fuße des Elbrus anschauen. So geht es mit Zug und Bus in 18 Stunden auf die andere Seite des Kaukasus. Mehr davon demnächst!

 

PS: eine organisierte Varianten- und Skitourenwoche in Krasnaya Polyana für 2016 ist bereits in Planung!

 

19 Mär

Skihochtour Großvenediger

 

Wie schon im vergangenen Jahr, war ich auch heuer wieder mit meinen Skitouren-, Kletter- und Bikekollegen auf einer zweitägigen Skihochtour. Dieses Mal haben wir uns den Großvenediger (3.662m) von Osttirol aus zum Ziel gesetzt. Der Zustieg von Prägraten zur Johannishütte hat gerade noch genug Schnee. Mit der warmen, sonnigen Woche könnte es am Wochenende aber schon grenzwertig werden.

 

Auf der Hütte war überraschend wenig Betrieb und dementsprechend ruhig und entspannt geht es auch zu. Nach einem ausgiebigen Frühstück starten wir als letzte von vier Gruppen Richtung Gipfel. Trotz mäßiger Sicht kommen wir recht zügig zum Winterraum des Defreggenhauses, wo wir eine kurze Pause einlegen, bevor es auf den Gletscher geht. Richtung Gipfel nimmt der Nebel zwar ab, der Wind dafür legt deutlich zu. Am Gipfelgrat wird es dann echt stürmisch.

 

Die Abfahrt zurück zur Hütte ist dann großteils recht genussreich. Weiter ins Tal heißt es dann einige Male Ski abschnallen und tragen.

 

18 Feb

Meine Arlbergsaison 14´/15´

 

Nach gut sechs Wochen, verteilt auf zwei Blöcke, geht meine Saison in Lech dem Ende zu. Die ersten Tage waren schneemäßig noch äußerst dürftig, aber dann hat sich Frau Holle kräftig ins Zeug gelegt und  für laufenden Nachschub gesorgt.  Trotz der fast durchgehend angespannten Lawinensituation gab es doch ungezählte Varianten und Skitouren bei traumhaften Bedingungen. Ein großes Danke an meine tollen Kunden für die schöne Zeit am Arlberg!

 

Aber genug der Worte, die Bilder sprechen für sich!

 

 

17 Feb

Die Fixtermine für 2015 jetzt online!

 

Meine Kurse und Führungen mit bereits fixierten Terminen, finden Sie jetzt auf meiner Homepage. Fehlt Ihre Wunschtour oder wünschen Sie einen anderen Termin? Einfach über office@chri-leitinger.at Kontakt aufnehmen! Ich erstelle Ihnen gerne ein individuelles Angebot.

 

Ich hoffe, wir sehen uns demnächst am Berg!

 

Fixtermine im Programm 2015

 

17 Jan

Stangenwand Ostschlucht

 

Die Stangenwand Ostschlucht ist wahrscheinlich DIE Tour für das Winterbergsteigen im Hochschwabgebiet schlechthin. Traumhaftes Ambiente schon beim Zustieg, moderate Schwierigkeiten, eine tolle Kulisse in der Schlucht und oftmals brauchbare Verhältnisse lassen das Alpinistenherz jedes Mal höher schlagen. Wenn man dann noch das Glück hat, bei der Abfahrt im Zagelkar gute Schneeverhältnisse anzutreffen, ist der Tourentag perfekt!

 

Facts zur Ostschlucht

  • Zustieg vom Bodenbauer über das Bogenkar 2,5 – 3 Std.
  • Schwierigkeiten: je nach Linienwahl und Verhältnissen ca. 3+ im Fels und kurze Aurschwünge mit bis zu 75 Grad im Schnee/Eis, großteils zwischen 40 und 55 Grad
  • Kletterzeit abhängig vom Sicherungsaufwand zwischen 1 und 3 Std. für ca. 250 Hm
  • Die Absicherungsmöglichkeiten sind vor allem im unteren Teil eingeschränkt

 

 

28 Dez

Festlbeilstein Überschreitung

 

Obwohl die Kletterei über die beiden W-Kanten auf den Festlbeilstein für den rund zweistündigen Zustieg recht kurz ausfällt, wird die Tour immer wieder gerne gemacht. Der Grund dafür, liegt wohl an der Felsqualität und am traumhaften Rundumblick, den man schon ab dem Reidelsteinriedel genießen kann.

 

Die Tour wurde vor einigen Jahren durchgehend saniert. Bis auf den Stand nach der 6. Seillänge stecken an den Standplätzen jeweils zwei Bühler bzw. massive Bergrettungshaken.

 

Topo: Festlbeilstein Überschreitung

 

22 Dez

Öffnungszeiten Sonnschienhütte

 

Hermi und Karl, die neuen Hüttenwirte, haben die Öffnungszeiten erweitert. Die Sonnschienhütte hat jetzt auch im Winter regelmäßig geöffnet. Durch den Einbau von mehreren Heizkörpern gibt es jetzt über 20 Schlafplätze die beheizt werden können.

 

Für die kommende Saison gelten folgende Öffnungszeiten:

 

16.10.2014 – 1.5.2015 Durchgehend offen von Dienstag bis Sonntag, Montag Ruhetag, Heiliger Abend geschlossen

 

1.5. – 14.9.2015 Durchgehend offen

 

15.9. – 15.10.2015 Jagdsperre – geschlossen

 

16.10. – 31.12.2015 Durchgehend offen von Dienstag bis Sonntag, Montag Ruhetag, Heiliger Abend geschlossen

02 Dez

Feistringstein – Feistringgeist

 

Am Wochenende habe ich mich gemeinsam mit Harry noch einmal aufgemacht, um dem hartnäckigen Nebel zu entfliehen und ein paar sonnige Stunden am Berg zu verbringen. Schon lange hatte ich eine Begehung der neuen Tour am Feistringstein geplant. Jetzt war die Zeit endlich reif.

 

In einer aussichtsreichen Wanderung ging es von der Bürgeralm zu den südlichen Abstürzen des Feistringsteins, wo wir uns die bis dato kaum wiederholte Tour „Feistringgeist“ angeschaut haben. Die Tour wurde vor einiger Zeit von Mitgliedern des ÖBRD Aflenz eingerichtet. Der „Feistringgeist“ schlängelt sich in 8 Seillängen, über meist plattigen Fels zur Hochfläche hinauf. Obwohl die Tour mit Niro-Bolts M10 gut abgesichert ist, stecken die Zwischensicherungen an manchen Stellen fürs Freiklettern nicht immer optimal. Der Fels ist großteils sehr schön und plattig, dazwischen gibt es aber auch einige grasige, bzw. brüchige Passagen.

 

Eine Putzaktion und das Umbohren der Schlüsselllänge sind geplant. Die Schlüsselllänge kann über eine leichte Variante rechts umgangen werden (teilweise brüchig).

 

Links neben dem Feistringgeist gibt es eine ebenfalls neue Tour. Ein Bericht über „den wartenden Hund“ gibt es bei nächster Gelegenheit.

 

Am Rückweg vom Feistringstein empfiehlt sich eine Einkehr bei Hermi & Richie im Schönleitenhaus mit dazugehörigem Tourenabschlussbier.

 

Topo zum Download, Übersichtsfoto in der Galerie.

 

Feistringstein – Feistringgeist

 

25 Nov

Wintermarkierungen am Hochschwab erneuert

 

Rechtzeitig vor dem ersten Schnee (wo bleibt er eigentlich?) habe ich gemeinsam mit meinem Vater die Wintermarkierung von der Abzweigung Graf Meran Steig bis zum Hochschwabgipfel in Stand gesetzt. Durch Schneedruck, Wind und Wetter waren zahlreiche Stangenmarkierungen umgestürzt oder hatten sich gelockert. Darüber hinaus hatten sich einige Blechtafeln und Markierungen von den Stangen gelöst. Vom Schneedruck besonders betroffen war das erste Drittel des Graf Meran Steiges und die Querung beim Rotgang.

 

Da sich bereits ein Großteil der Stangen in einem schlechten Zustand befindet, ist für nächste Saison ein umfangreicher Austausch geplant.

 

Herzlichen Dank an das Schiestlhaus-Team für die kostenlose Bewirtung!

 

 

29 Okt

Neue Pächter auf der Sonnschienhütte

 

Seit 18. Oktober führen Karl Rappold und Hermi Zeiler die AV-Hütte auf der Sonnschienalm. Auch im Winter ist eine durchgängige Bewirtschaftung geplant.

 

Mit dem OEAV-Kurs „Erlebnis Berg Wandern“ durfte ich bereits vier Tage lang die Gastfreundschaft von Karl und Hermi genießen. Die Verköstigung durch Hermi war ausgezeichnet! Besonders willkommen sind Musiker und Sänger. Sie finden im Musikschrank von Karl verschiedene Instrumente, dazugehöriges Notenmaterial und zahlreiche Liedertexte für ein paar gesellige Stunden auf der Alm.

 

Kontakt Sonnschienhütte

Hüttentelefon: +43 664/5112474

Mail: office@sonnschienhütte.at

Homepage: www.sonnschienhuette.at

13 Okt

Bergführerfortbildung

 

Die diesjährige Herbstfortbildung des Steirischen Bergfürherverbandes fand am 10. und 11. Oktober statt. Dabei stand unter anderem ein sehr lehrreicher Besuch des ÖAMTC Stützpunktes in Niederöblarn am Programm. Flugretter Heli Mittermayer und Notarzt Thomas Tupi stellten uns den hier stationierten Rettungshubschrauber C14 vor. Aufgeteilt in zwei Gruppen wurde uns ausführlich das Equipment für Bergungen erklärt und die medizinische Ausrüstung vorgestellt. Darüber hinaus gab es für uns Bergführer wichtige Praxistipps, wie und wo wir im Ernstfall die Rettungskräfte bestmöglich unterstützen können.

 

Für den zweiten Fortbildungstag wurde vom Ausbildungsteam ein kleiner Wandteil im Bereich des Gindelhorns mit Standplätzen, Fixseilen und einer kleinen Übungsklettersteiganlage präpariert. Im Stationsbetrieb mussten wir dann in kleinen Seilschaften verschiedene Unfallszenarien bewältigen. Hauptaugenmerk wurde dabei auf die Erstversorgung von Verletzten und die Bergung aus Klettersteigen und Felstouren gelegt. Eine sehr gute Möglichkeit Methoden wie Seilrolle, Selbstseilrolle, verschiedene Flaschenzüge, Einmannbergetechniken etc. aufzufrischen und zu festigen.

 

Obwohl man hofft, das Gelernte nie aktiv anwenden zu müssen, ist es doch ein gutes Gefühl, dass man weiß was im Ernstfall zu tun ist und das man im Fall der Fälle auch auf ein bestens ausgebildet und ausgerüstetes ÖAMTC-Team zählen kann!

 

Herzlichen Dank an alle beteiligten Ausbilder für die interessante Fortbildung und an Ronny Danzer für die Fotos vom C14-Stützpunkt.

 

07 Okt

Schönberg – Cosi Cosà

Am vergangenen Wochenende war es wieder einmal Zeit, der Hochschwab Nordseite einen Besuch abzustatten. Auf Grund des nicht ganz optimalen Wetters haben wir uns für die Cosi Cosà am Schönberg entschieden. Da sich neben der Cosi Cosà nur die gleich links davon befindliche Route Glückspilz zum Klettern anbietet, ist in dieser wild romantischen Gegend Ruhe garantiert.

 

Wer für 4-Sterne Fels in diesen Winkel kommt wird wohl etwas enttäuscht sein. Für Kletterer die im 6. Grad sicher unterwegs sind und sich durch brüchige Passagen nicht abschrecken lassen, bietet sich aber ein durchaus lohnender Klettertag.

 

Die Absicherung ist gut bis sehr gut, allerdings muss an einigen Stellen mit Friends nachgebessert werden. Die 7- Stellen sind immer nur sehr kurz und dankbar zu klettern.

 

Die Abseilerei ist dank zahlreicher Zacken, loser Brocken und eines Einpendlers zum letzten Abseilstand noch einmal spannend! Das im Topo eingezeichnete „Gehgelände“ haben wir sowohl im Auf- als auch im Abstieg gerne gesichert…

 

Der direkte Vergleich zum Glückspilz fehlt mir, da die Begehung schon Jahre zurückliegt. Allerdings würde ich die Cosi Cosà insgesamt eine Spur anspruchsvoller einstufen.

 

Zustieg: von der kleinen Ortschaft Gschöder im Salzatal in südliche Richtung auf einer flachen Forststraße in den Antengraben. Bei der ersten Abzweigung nach ca. 20 Min. der rechten Straße aufwärts folgen. Nach einer Doppelkehre (bis hierher ca. 1 Std.) noch kurz bis zu einer kleinen Wiese links der Straße weiter. Dort rechts durch den bewaldeten Graben hoch. Zuletzt mühsam über Geröll zum Einstieg (Haken). Insgesamt 1,5 Std.

 

Material: 50m Halbseile, 8 Expressschlingen, davon 2-3 Verlängerbare, BD Cam 0,5 – 1

 

Schönberg – Cosi Cosa

 

26 Aug

Höllmauer – Happy Birthday

 

Endlich habe ich Zeit gefunden mir die Happy Birthday in der Höllmauer, oder genauer gesagt im Stangenkar anzuschauen.

 

Die Tour ist sehr gesucht, bietet daher aber fast durchwegs guten, plattigen Fels, der mit ein paar Rissen garniert ist. Die Absicherung mit Bolts ist durchgehend sehr gut. Keile oder Friends werden nicht benötigt – neun Expressschlingen reichen.

 

Der Zustieg über Florlhütte, Kühboden und den Ausläufern des Stangenkars ist recht mühsam, daher haben wir die Tour im Anschluss an den Hauseggerpfeiler gemacht. Als eigenständige Tour ist Happy Birthday auf Grund des recht langen Zustiegs nur bedingt lohnend. Der Einstieg am tiefsten Punkt des Vorbaus ist Dank der 50er-Tafel nicht zu übersehen.

 

Abstieg entweder zu Fuß durchs Stangenkar (1-2, Trittsicherheit!) oder drei Mal mit Halbseilen abseilen und den letzten Teil absteigen.

 

Die roten Markierungen im Stangenkar haben wir gestern erneuert. Sie sind jetzt sowohl im Auf- als auch im Abstieg wieder gut zu sehen.

 

Höllmauer – Happy Birthday

 

11 Aug

Junge Alpinisten: Update Alpinklettern

 

Für Lisa und Vicky vom OEAV Projekt Junge Alpinisten: Team (www.alpenverein.at/jungealpinisten) fand das Update Alpinklettern schon vom 1. bis 4. August statt, da beide beim Haupttermin keine Zeit haben werden. Unser eigentliches Ziel wären ja die Dolomiten gewesen, aber das instabile Wetter, das sich schon den ganzen Sommer hinzieht, hat uns auf den Dachstein verschlagen.

 

Am ersten Tag ging es vormittags in den Klettergarten Türlspitz, wo wir uns noch einmal intensiv mit dem Thema mobile Sicherungsmittel und Standplatzbau beschäftigten. Da kurz nach Mittag noch nichts auf das angekündigte Gewitter hingedeutet hat, sind wir noch schnell in die Türlspitz SO-Verschneidung eingestiegen, um ein wenig mit den Friends und Keilen zu arbeiten.

 

Am Samstag wollten wir eigentlich eine längere Tour in der Dachstein Südwand klettern. Da die Wand aber nach den nächtlichen Regenfällen komplett nass war und auch das Wetter nicht 100%ig stabil vorhergesagt war, haben wir uns für den Kompaktpfeiler am Großen Koppenkarstein entschieden. Die Tour bietet rauhen, festen Fels und die Absicherung verlangt etwas an Eigeninitiative. Die Mädls sind die Tour souverän vorgestiegen, während ich hinten nach die mobilen Sicherungen beurteilt habe. Die anschließende Abseilerei war ein Kapitel für sich, aber zumindest seeehr lehrreich…

 

Für Sonntag waren schon am frühen Vormittag Gewitter prognostiziert. Also war wieder eine kürzere Tour gesucht, über die man notfalls schnell den Rückzug antreten kann. Die Entscheidung ist auf den Ostpfeiler der Türlspitze gefallen. Kein echter Kracher, aber die unteren Längen inklusive der Schlüssellänge sind doch recht lohnend. Nach der Tour gab es noch etwas Seiltechnik im AV Klettergarten, bis wir uns vor dem angekündigten Gewitter in Sicherheit bringen mussten.

 

Nebel und leichter Nieselregen ließen uns den letzten Tag im Klettergarten bei der Südwandhütte verbringen, wo wir uns mit verschiedensten Seil- und Rettungstechniken beschäftigten, um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein.

 

Jetzt sind die beiden Mädls nicht nur klettertechnisch fit für den Saisonabschluss (auch wenn noch nicht ganz entschieden ist, wo es zum Trad-Klettern hingehen wird…)!

 

30 Jul

Urlaub im Besengi

 

Wieder einmal sitze ich in einem russischen Jeep und holpere die ewig lange Straße ins Besengital. Dieses Mal begleitet mich mein Kletterkollege Michael Magritzer in diesen Teil des Zentralkaukasus. Geschüttelt (und nicht gerührt) kommen wir 20 Stunden nach unserer Abreise in Wien spät abends im Bergsteigerlager Besengi auf 2270m an. Auf Grund verschiedener Infos über schlechte Schnee- und Wetterverhältnisse haben wir noch zu Hause unsere Ziele auf „Spaß haben und schauen was geht“ zurückgeschraubt.

 

Seit dem letzten Mal hat sich einiges getan: jetzt gibt es eine zweite Bar, ein kleines Geschäft, einen brauchbaren Ausrüstungsverleih, sogar einen Flatscreen für die Fußball WM und mein Russisch hat mittlerweile auch ein recht annehmbares Niveau erreicht.

 

Ukju / Укю (4330m)

Gleich am Tag nach unserer Ankunft packen wir unsere Rucksäcke und steigen zur Biwakschachtel „Ukju Kosch“ (3200m) auf, um von dort unsere Akklimatisationstouren zu starten. Nach einer kurzen Nacht nehmen wir den Ukju über den Südostgrat in Angriff. Die eigentlich recht leichte Tour gestaltet sich auf Grund des Neuschnees ziemlich mühsam. Nach einigen Stunden Wühlerei stehen wir dann aber doch auf dem Gipfel und genießen die Aussicht auf die umliegenden Berge, die bis zum Elbrus reicht.

 

Pik Archimed / Пик Архимед (3950m)

Nach einer weiteren Nacht in der geräumigen Biwakschachtel wollen wir über die „Arbus-Route“ auf den Pik Archimed. Da es in der Nacht aber kaum gefroren hat und die Tour für den Eis- und Steinschlag berüchtigt ist, weichen wir auf ein schmales Couloir östlich davon aus. Diese Tour ist in keinem Führer erwähnt, bietet aber gute Kletterei bis max. 60 Grad, bevor sie am Grat auf die ursprüngliche Route trifft. Der Grat bietet schöne kombinierte Kletterei mit einem sehr ausgesetzten Hangelquergang, bevor es über einen leichten Schneehang zum Gipfel geht.

 

Pik Kursanti / Пик Курсанти ( 3850m)

Dem Mischirgi Gletscher folgend geht es Richtung Biwakplatz am Brno Gletscher, den wir nach fast 6 Stunden und einer Eisklettereinlage nachmittags erreichen. Unser Zelt stellen wir auf einen zu kleinen, ebenen Felstisch inmitten von Gletscherspalten – der einzig brauchbare Platz weit und breit. In der Nacht beginnt es teils intensiv zu regnen, und das auf 3700m! Als es um 4 Uhr immer noch gegen die Zeltwand trommelt verabschieden wir uns von unserem eigentlichen Ziel, der Nordwand des Misses Tau (4427m). Ein lange gehegter Traum muss wieder verschoben werden! Um 7 Uhr scheint die Sonne und es ist so warm, dass wir im T-Shirt vor dem Zelt frühstücken. Um nicht ganz umsonst hierher gekommen zu sein stapfen wir auf den Pik Kursanti. Doch selbst hier versinken wir teilweise knietief im aufgeweichten Schnee. Die schöne aber kurze Kletterei am Gipfelaufbau ist leider nur ein schwacher Trost für den verpassten Misses Tau.

 

Pik Sella / Пик Селла (4380m)

Nach einem Rasttag starten wir zum Österrichischen Biwak am Dschangi Kosch (3250m). Bevor wir überhaupt zu schwitzen beginnen werden wir schon von zwei Typen in Tarnanzug inklusive Kalaschnikov angehalten. Ohne Reisepass, Visum und Grenzvisum geht hier gar nichts, bewegt man sich doch Richtung georgischer Grenze. Nach penibler Kontrolle dürfen wir passieren und wandern recht zügig talaufwärts. Auf Grund des leichten Gepäcks kommen wir gut voran und erreichen schon nach fünfeinhalb Stunden die Biwakschachtel. Die Russen, die mit uns beim Lager gestartet sind, haben „fast & light“ mit „fast leicht“ verwechselt und torkeln nach 11 Stunden mit ihren 90 Liter+ Rucksäcken zum Lagerplatz.

 

In der Nacht schlägt das Wetter um und so verbringen wir den Tag mit rumhängen und einem kurzen Spaziergang, um die Verhältnisse in der Nordwand abzuklären. Am Abend bekommen wir mit, dass uns eine Gruppe Russen mit dem gleichen Ziel den Zustieg über den spaltigen Gletscher spuren lassen will. Blöd nur, dass wir uns bereits eine Zustiegsalternative über ein Couloir ausgekundschaftet haben, das wir früh morgens ohne Stirnlampe aufsteigen. So stehen wir schon am Einstieg, als die Russen noch im Spaltenlabyrinth umherirren. Die Nordwand selbst ist bei tiefem Schnee recht unspektakulär. Der teilweise ausgesetzte, kombinierte Grat und die Nebelstimmung lassen aber richtig alpines Flair aufkommen. Beim Abstieg leisten wir uns noch zwei Verhauer, sind aber bereits mittags an der Biwakschachtel und genießen am Nachmittag schon das erste Bier zurück im Lager.

 

Dumalatau / Думалатау (4680m)

Im Lager haben wir einige Bekanntschaften geschlossen. Darunter auch Sergej, ein Bergsport-Instruktor aus Moskau. Er will mit uns auf den Dumalatau mitkommen, um zu sehen wie wir Westler denn so bergsteigen. Die Infos über die Verhältnisse, die wir von russischen Bergsteigern bekommen klingen wenig erbaulich: weicher Schnee, zehn Stunden vom oberen Zeltplatz zum Biwakplatz in der Scharte, Blankeis, mindestens drei Tage in der Tour…

Unser Zelt bleibt im Lager – keine Lust auf schwere Rucksäcke. Wir wollen von der Biwakschachtel Ukju Kosch in einem Zug auf den Gipfel und wieder retour.

 

Um 23:45 Uhr läutet der Wecker. Um Mitternacht sind wir schon unterwegs. Wir haben nur das Notwendigste dabei und so kommen wir zügig voran. Nach einer Stunde kommen wir zum Zeltplatz, von wo aus die Russen gestartet sind. Nach weiteren drei Stunden, Blankeis bis 60 Grad und brüchigen Kombigelände passieren wir den Sattel. Danach folgen noch kurze Blankeisstellen und die lange Firnflanke zum Gipfelaufbau. In der Flanke lassen wir Sergej´s Rucksack zurück da er schon ziemlich zu kämpfen hat. Kurz unter dem Gipfelgrat geht die Sonne auf. Ein großartiges Erlebnis! Am Gipfelgrat sichern wir noch einmal über ein paar kombinierte Kletterstellen und stehen bereits um sechs Uhr morgens am Gipfel! Eine echt geniale Tour. Zurück geht es auch recht zügig, obwohl Sergej die Sohle seines Schuhs fast verliert und wir einen kleinen Umweg wegen Steinschlaggefahr nehmen müssen. Um zehn Uhr sind wir wieder an der Biwakschachtel. Sergej bleibt im Biwak. Er ist fertig, braucht Schlaf und muss die für ihn neue Art Berge zu besteigen erst einmal verdauen. Magi und ich sitzen zwei Stunden später schon in der Bar und gönnen uns ein Gipfelbier…

 

28 Jul

Junge Alpinisten: die 2. Runde

 

Für die jungen Alpinisten ging es vom 15. – 20.7.2014 zum Hochtouren Update auf die bestens bewirtschaftete Geraer Hütte. Die Lage in den westlichen Zillertaler Alpen, umgeben von Olperer, Fußstein & Co war optimal für unsere Zwecke geeignet.

 

Am Beginn des Updates wurden der Standplatzbau und das Absichern mit mobilen Sicherungsmitteln im hüttennahen Klettergarten aufgefrischt. Den folgenden Tag haben wir im vergletscherten Bereich des Fußsteins verbracht. Das Programm war mit Anseilarten, Verankerungen in Eis und Firn, verschiedenen Sicherungstechniken, leichtem Eisklettern und Kameradenrettung dicht gedrängt und dementsprechend schnell war der Kurstag vorüber.

 

Nach einem erstklassigen Abendessen wurde mit vollem Bauch die Tour für den nächsten Tag geplant. Der Entschluss für einen kombinierten Anstieg über die NW-Wand und den Nordgrat auf den Olperer war schnell gefasst. Die Tour selbst war dann ein echter Genuss. Bestes Wetter, super Eisverhältnisse, trockener Fels und kaum Gegenverkehr am Nordgrat ließen echte Hochstimmung aufkommen!

 

Am letzten Tourentag musste noch der Oberklassiker des Gebietes her: die Fußsteinkante. Durch das Buch „Im extremen Fels“ ist die Route weit über die Grenzen Tirol hinaus bekannt und dementsprechend haben sich noch weitere Anwärter auf der Hütte eingefunden. Mit einer Portion Kondition und Taktik konnten wir uns aber die Pole-Position in der Tour sichern. Die Tour selbst bietet großteils sehr schöne Kletterei, die recht wenige Zwischensicherungen aufweist, sich aber ausgezeichnet mit Friends und Keilen absichern lässt. Der anspruchsvolle Abstieg war dann noch ein gutes Training in Sachen Trittsicherheit und Abklettern…

 

Die sechs spannenden, lustigen und lehrreichen Tage bei absolutem Traumwetter sind viel zu schnell vergangen. Aber für die jungen Alpinisten geht es schon bald mit dem Update Alpinklettern in den Dolomiten weiter!

 

25 Jun

Leitlinien zum Sanieren von Kletterrouten im Hochschwabgebiet

 

Vor gut einem Jahr gab es eine erste Diskussionsrunde zum Thema „Sanierungen von Kletterrouten im Hochschwabgebiet“. Eingeladen waren aktive und ehemalige Erschließer, Sanierer, Bergführer und Gebietskenner. Hauptintention war es einem „Wildwuchs“, wie er bereits in anderen Gebieten entstanden ist vorzugreifen, sicherzustellen, dass ausschließlich geeignetes Material verwendet wird, keine Komplettsanierungen mehr unternommen werden und genug Freiraum für kommende Generationen von Alpinkletterern bleibt.

 

Nach einem ersten Entwurf von Leitlinien, unzähligen Gesprächen, Telefonaten und Mails wurden diese Leitlinien in einer weiteren Diskussionsrunde besprochen und angepasst. Darüber hinaus wurde eine Bestandsaufnahme aller sanierten bzw. mit Bohrhaken erstbegangenen Touren durchgeführt. Mit Stand Mai 2014 gibt es rund 170, mit Bohrhaken gesicherte Mehrseillängenrouten im Hochschwabgebiet. Schöne klassische Routen im Originalzustand und gut selbst abzusichernde Touren in festem Fels werden dagegen immer weniger.

 

Das Routenfinden und Selbstabsichern mit mobilen Sicherungsgeräten kann von jedem interessierten Kletterer erlernt werden. Das Erlebte in solchen Routen kann weit über den rein sportlichen Aspekt hinaus gehen. Es liegt daher an uns zu entscheiden, ob wir den nächsten Generationen Freiraum für Eigeninitiative und Abenteuer in einer vielseitigen Felslandschaft oder eine „genormte“ Kletterwelt hinterlassen.

 

Sanierungsleitlinien

 

Gebohrte Routen Mai 2014

 

23 Jun

Start für die jungen Alpinisten

 

Von 20. – 22.6. fand die Auftaktveranstaltung für das Projekt „Junge Alpinisten: Team“ des OEAV auf der Schmidt-Zabierow Hütte statt. 16 talentierte Nachwuchsalpinisten (13 Burschen und 3 Mädels) im Alter zwischen 19 und 23 bekommen die Möglichkeit, sich innerhalb der nächsten zwei Jahre in den verschiedensten alpinistischen Disziplinen weiterzuentwickeln. Begleitet werden sie dabei von Bergführern und Bergführerinnen die ihr Know-How als Mentoren weitergeben und mit Rat & Tat zur Seite stehen.

 

Bei der Auftaktveranstaltung stand vor allem das Kennenlernen der Teilnehmer, Mentoren und Organisatoren im Vordergrund. Dabei wurden auch erste Pläne für eine trad climbing Woche im Oktober geschmiedet, Erwartungen der Teilnehmer erfragt, hitzige Diskussionen rund ums Thema Alpinismus geführt und die Ausrüstungspartner Salewa und AustriAlpin vorgestellt.

 

Durch die ideale Lage der Hütte inmitten der Loferer Steinberge sind die Teilnehmer natürlich auch zum Klettern gekommen. Egal ob Schwierigkeitsgrad 6 oder 9, clean oder plaisier, im wasserzerfressenem Kalk ist jeder auf seine Kosten gekommen.

 

Mit einigen besonders motivierten Teilnehmern bin ich nach einer kurzen Nacht mit Sonnwendfeuer, um vier Uhr morgens mit der Stirnlampe losgezogen, um noch vor dem Frühstück eine weitere feine Route abzuknipsen. After-work-climbing war gestern! Pre-breakfast-climbing ist der neue Trend 😉

 

Nach diesem gelungenen Wochenende steht fest: die nächsten zwei Jahre werden für die Teilnehmer und Mentoren jede Menge Spaß, Spannung & Abenteuer bereithalten!

Weiter geht es Mitte Juli mit dem Update Hochtouren auf der Geraer Hütte in den Zillertaler Alpen.

 

Mehr Infos zum Projekt, den Veranstaltungen und Mentoren unter: http://www.alpenverein.at/jungealpinisten/team/jAP-Team-Beschreibung.php

19 Jun

Hochstein – Lei Lei Zandi

 

Die jüngste Tour am Hochstein wurde Anni und Bernhard Zandonella, den langjährigen Pächtern der Häuslalm gewidmet. Auf fünf Seillängen wird durchgehend guter, fester Fels geboten. Die Kletterei verläuft großteils über plattigen Fels der ab und zu mit ein paar schönen Rissen garniert ist. Die Schlüsselstelle ist ein ziemlich glatter Quergang bei dem man nach dem vorletzten Haken etwas abklettern muss um auf guten Tritten um die Kante zu kommen. Die Absicherung mit HSA M10 ist in den schwereren Passagen sehr gut, im leichteren Gelände muss aber auch das eine oder andere Mal vom Haken weggeklettert werden.

 

Der Einstieg befindet sich im rechten Wandteil, rechts einer markanten Felsnische. Der Einstiegsbolt ist nicht zu übersehen.

 

Als Draufgabe haben wir dann noch die Tour „Saranta“ angehängt. Nach sehr plattigen Einstiegsmetern à la Hundswand, folgen 2 super Längen entlang einer zerfressenen Wasserrunse. Die dritte Länge kann man sich sparen. Mit Ausnahme eines kleinen Runouts in der Waserrunse ist die Absicherung auch hier gut.

 

Beide Touren sind sehr empfehlenswert!

 

Topos Hochstein

17 Jun

Übungsleiterkurs Klettersteig

 

Vom 5. – 9. Juni fand der Übungsleiterkurs für angehende Alpenvereinsführer in Kötschach-Mauthen statt. Gemeinsam mit meinem Bergführerkollegen Hannes begleiteten wir unsere acht hochmotivierten Teilnehmer durch das umfangreiche Kursprogramm. Neben praktischen Einheiten wie Seiltechnik, Führungstechnik und Bergemethoden gab es vor allem an den Abenden auch einige Theorieeinheiten in Wetter, Materialkunde, Recht & Haftung…

 

Das Klettersteiggehen ist natürlich auch nicht zu kurz gekommen. Bei brütender Hitze sind uns die Klamm-Klettersteige Pirknerklamm und Adrenalin sehr entgegen gekommen. Besonders angenehm war auch der unterirdisch verlaufende Klettersteig durch den Cellon-Stollen.

 

Bei der abschließenden Prüfung inklusive Lehrauftritt durften wir dann die weiße Fahne schwenken. Gratulation an alle Teilnehmer für die erbrachte Leistung und die engagierte Teilnahme!

 

Ein besonderes Dankeschön geht an den Obmann der Sektion Kötschach-Mauthen Sepp Lederer, der die ganze Gruppe bestens versorgt hat!

04 Jun

Rettenwand – Wilde Nummer & Tabula Rasa

Nachdem es am Hochschwab schnee- und wettertechnisch wieder einmal nicht so gut ausgesehen hat, habe ich mit Tom die Rettenwand als Ausweichziel angesteuert.

 

Als erstes sind wir in die neue Mehrseillängenroute „Wilde Nummer“ eingestiegen. Der Routenname trifft die Kletterei ob des oft unsicheren Gesteins recht treffend. Obwohl reichlich geputzt wurde, hat man oft das Gefühl demnächst mit einem Griff oder einer ganzen Schuppe abzugehen. Die Tour ist gut bis sehr gut mit HSA abgesichert wobei die Haken immer so stecken, dass eine möglicherweise ausbrechende Schuppe nicht auf das Seil fällt. Die Bewertung (7+) ist dankbar, da sich die erst unübersichtlich wirkende Schlüsselstelle ganz gut aufgelöst. Alpinkletterer mit etwas Brucherfahrung finden hier eine durchaus interessante wenn auch wilde Kletterei. Dem reinen Sportkletterer wird’s wohl eher die Nackenhaare aufstellen…

 

Nach der „Wilden Nummer“ haben wir noch dem Rettenwand-Klassiker „Tabula Rasa“ einen Besuch abgestattet. Nach der vorangegangenen Tour kam hier schon fast 4-Sterne Plaisierfeeling auf 😉  Aber im Ernst: die Kletterei ist definitiv besser als ihr Ruf und die Dreckschicht, die im Frühjahr den Fels großflächig überzogen hat wurde mittlerweile vom Regen gut abgewaschen. So findet man hier nach der noch etwas brüchigen Einstiegslänge lässige Leistenkletterei mit einem luftigen Finale.

 

Fazit: Die „Tabula Rasa“ ausprobieren und wer sich hier noch wohlfühlt kann durchaus in die „Wilde Nummer“ einsteigen. Wem das noch zu wenig ist kann ja noch die „Bitterschoklad“ dranhängen…

 

Topos zu den oben beschriebenen Touren sind im aktuellen Berglandführer aus dem Schall-Verlag zu finden.

09 Mai

Saisonausklang im Ötztal

Im Rahmen des Skihochtouren updates der Alpenvereinsakademie ging es Mitte April mit 11 motivierten Teilnehmern ins Ötztal. Gemeinsam mit meinem Bergführerkollegen Heli Düringer stand für uns die Venter Runde am Programm.

 

Dieses Mal waren wir aber nicht in der klassischen Rolle des Bergführers sonders als Coach und Supervisor unterwegs, hatten die Teilnehmer doch die Aufgabe die Tour selbständig durchzuführen. Am Programm standen Tourenplanung, LVS-Check, laufende Orientierung im Gelände, angepasstes Gehtempo, Spuranlage, Verhalten im vergletscherten Gelände, Spaltenbergung und und und…

 

Ach ja, das Tourengehen, lässige Abfahrten und gesellige Hüttenabende sind natürlich auch nicht zu kurz gekommen Nach anfänglichem Sonnenschein gab´s an den letzten beiden Tagen dann endlich schlechtes Wetter mit eingeschränkter Sicht, Schneefall und starkem Wind – also ideale, lehrreiche Kursbedingungen 😉

 

Die beiden gebrochenen Bindungen, die mit Superkleber, Holzschraube & Co wieder einigermaßen flott gemacht wurden waren dann aber schon fast etwas zu viel des Guten.

 

Alles in allem ein sehr gelungener Ausklang einer super Saison 13´/14´ bei dem es auf der letzten Abfahrt sogar noch lässige Schwünge im Pulver gegeben hat!

 

Vielen Dank an Herbert und Heli für die Fotos!

 

27 Mär

Hundswand – Sindbad

Sindbad ist eine der neueren Touren in der Hundswand und bietet gute, abwechslungsreiche aber etwas gesuchte Kletterei, die nicht ganz an die Hundswand-Klassiker herankommt. Trotzdem zahlt sich eine Begehung der bis dato recht selten besuchten Route aus.

 

Der Einstieg befindet sich etwas links vom Mauersegler/Highway Einstieg. Nach einer leicht schrofigen Vorbaulänge gibt’s ein paar schön strukturierte Plattenlängen, bevor man am Wulst und im überhängenden Riss ordentlich zupacken muss. Die Schlüssellänge ist eine plattige Schleicherei an Untergriffen mit ein paar weiten Zügen im Finale. In den letzten 1 ½ Längen sollte vorsichtig geklettert werden. Es wurde zwar gut geputzt, trotzdem gibt’s noch einige wacklige Blöcke und lose Steine.

 

Die Tour ist ähnlich gut mit HSA M10 abgesichert wie die daneben liegenden Routen. Mit 50m Halbseilen kommt man bequem in 5 Abseilern zum Einstieg zurück. Die schwierigsten Stellen konzentrieren sich jeweils auf wenige Meter. Mit den angegebenen Obligatschwierigkeiten von 7-/A0 könnte sein, dass man nicht durchkommt.

 

Durch die gesuchte Linienführung ist es gut ein paar Schlingen zum Verlängern dabei zu haben, damit die Seilreibung nicht zu groß wird. Achtung: im Frühjahr aufpassen, dass oberhalb der Hundswand kein Schnee mehr liegt, ansonsten kann es neben  Steinschlag auch zu Nassschneerutschen kommen!

 

Topo Sindbad

 

26 Mär

Skihochtouren update

Wie schon beim ersten Winter update zum Thema Notfallmanagement Lawine, das im Jänner im Triebental stattgefunden hat, durfte ich auch das zweite Winter update für die Alpenvereinsjugend Steiermark leiten.

 

Dieses Mal diente uns das Hotel Dachstein von Urgestein Hans Walcher als Stützpunkt. Sechs Jugendleiter waren trotz bescheidener Wetteraussichten hochmotiviert ihr Wissen rund ums Thema Skihochtouren aufzufrischen und auf den neuesten Stand zu bringen.

 

Nach einer Theorieeinheit am Freitagabend ging es am Samstag mit der Gondel rauf zum Gletscher. Am Weg zum Dachstein und zurück wurden zahlreiche Themen in die Praxis umgesetzt: Führen einer Gruppe, gestaffeltes Sichern mehrerer Teilnehmer, Verhalten in der Abfahrt, angeseilt abfahren und aufsteigen, Selbstrettungstechniken… Nebenbei konnten wir auf Grund des doch recht windigen Wetters den Dachsteingipfel  alleine genießen.

 

Über Nacht legte der Wind auf Sturmstärke zu und so war an einen Kursbetrieb am Gletscher nicht mehr zu denken. Um den Kurs dennoch so gut wie möglich zu gestalten entschieden wir uns für eine geschützte Stelle in der Nähe der Talstation wo wir uns intensiv mit der Kameradenrettung und Verankerungen im Schnee beschäftigten, bevor wir gut durchgefroren den Kurs im nahegelegenen Gasthaus ausklingen ließen.

 

26 Mär

Genialer Tourentag am Großglockner

Nach einer spontanen Anfrage von Günter ging es am Montag Abend gemeinsam zum Lucknerhaus. Am Dienstag starteten wir dann zeitig am Morgen mit perfektem Wetter zum Glockner. Am Ködnitzkees angekommen begrüßte uns bereits die Sonne und begleitete uns für den restlichen Tag.

 

Oberhalb vom „Kampl“ wechselten wir auf die Steigeisen und packten die Ski auf unsere Rucksäcke, die wir bei der Einfahrt in die Südflanke deponierten. Obwohl einige weitere Seilschaften unterwegs waren kamen wir ohne Stau und Stress gut voran und hatten genug Zeit den Ausblick zu genießen und ein paar gute Fotos zu knipsen. Dank perfektem Timing konnten wir schlussendlich das Panorama am höchsten Punkt Österreichs ganz alleine in aller Ruhe genießen.

 

Zurück beim Skidepot hatte es durch die Sonne und die angenehmen Temperaturen bereits aufgefirnt und so war die laaaange Abfahrt zurück zum Lucknerhaus auch noch ein richtiger Genuss. Gratulation an den Gipfelstürmer für die starke Leistung!

 

03 Mär

Freeriden & Skitouren am Arlberg

Wie schon im Dezember habe ich jetzt im Februar wieder knappe zwei Wochen als Skiguide in Lech am Arlberg verbracht. Die Schneelage war für Arlberg-Verhältnisse noch immer nicht berauschend, aber deutlich besser als zu Weihnachten. So hatten die meisten Abfahrten und Varianten genügend Unterlage für ungetrübten Skigenuss. Am Programm stand vorwiegend Freeriden und kleinere Skitouren rund um die Gebiete Lech, Zürs und Stuben.

 

Das Wetter war nahezu perfekt – Tage mit strahlendem Sonnenschein unterbrochen von kleineren Störungen, die für frischen Powder gesorgt haben. Die moderate und gut einschätzbare Lawinensituation ermöglichte auch Abfahrten in steileren Bereichen.

 

Für ein paar Touren muss man einen kleinen Anstieg in Kauf nehmen, dafür wird man anschließend mit laaaaangen Abfahrten belohnt. Neben den klassischen Skitouren die sehr beliebt sind, gibt es natürlich auch ein paar Routen wo man nur selten auf andere Tourengeher trifft. Gegen Ende der zweiten Woche war das Gelände zwar schon ziemlich stark verspurt, dafür konnten wir südseitig schon die ersten Schwünge in den Frühjahrsfirn ziehen. Pulverschnee, Sonnenschein, 1000e Höhenmeter im Gelände, nette Gäste – kurz: 2 lässige Wochen am Arlberg!

 

14 Jan

Schartenspitze SW – Sikorovsky

Fritz Sikorovsky, dem gemeinsam mit Raimund Schinko unter anderem die Erstbegehung der Stangenwand SO oder die Dachl-Rosskuppenverschneidung gelungen ist, konnte 1935 mit seinen Seilpartnern Fink und Petsch die Südwestwand der Schartenspitze erstmals durchsteigen.

 

Später fügten Horich  und Natterer einen lohnenden und direkten Ausstieg über den plattigen oberen Wandteil hinzu. 1978 gelang den Brüdern Roman und Ernst Gruber die erste freie Begehung des ursprünglich mit 5+/A1 bewerteten Klassikers. Im Jahr 2010 wurde die Route inkl. dem Horich-Ausstieg von Robert Jantscher und Giselher Sperka umfangreich saniert.

 

Nach den beiden, etwas brüchigen Vorbaulängen bietet die Tour im Mittelteil schöne, steile und teilweise recht kraftige Kletterei. Nach einer leichten, etwas schrofigen Zwischenlänge folgen im Horich-Ausstieg zwei tolle Plattenlängen, bevor es in der langen Ausstiegslänge felsmäßig noch einmal etwas alpiner zugeht. Insgesamt eine lohnende, abwechslungsreiche Tour. Alpinklettererfahrung sollte aber auf Grund der schrofig-brüchigen Passagen trotz der Bohrhakenabsicherung vorhanden sein.

 

Absicherung: An den Standplätzen jeweils zwei Bohrhaken, die schwereren Längen sind gut mit HSA abgesichert, dazwischen immer wieder Normalhaken, Sanduhren und einige Sticht- und 8mm Bohrhaken. In den leichten Längen auch etwas weitere Abstände.

 

Material: 50m Seil, 10 Expressen, Schlingen zum Verlängern, evtl. BD Cam 0,5-1.

 

Achtung: Der steile Mittelteil sollte trocken sein. Nach Regenfällen einige trockene Tage abwarten. Die ursprüngliche Bewertung mit 5+/A1 stimmt meiner Meinung nach nicht mehr, da in der zweiten Plattenlänge ein alter Sticht Haken fehlt und die Stelle daher zwingend geklettert werden muss. 6+/A0 sollte man zumindest drauf haben.

 

Topo Sikorovsky

21 Nov

Topos Hochstein

An den Wänden des Hochsteins hat sich in den vergangenen Jahr(zehnt)en einiges getan. Der großteils sehr gute Fels ist meist plattig und gelegentlich von Rissen durchzogen. Das eine oder andere Grasbüschel stört den Klettergenuss nicht. Die Absicherung ist großteils gut bis sehr gut und alle Routen sind zum Abseilen eingerichtet. So kann man bequem eine 2. oder 3. Tour anhängen. Die Routenlängen reichen von 3 bis 7 Seillängen. Der Zustieg bleibt mit einer guten Stunde überschaubar.

 

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Topos Hochstein

 

04 Nov

Liste sanierter Touren im Hochschwab

Im unten stehenden PDF sind, so weit bekannt, alle sanierten Klettertouren im Hochschwabgebiet aufgelistet. Sollte es Abweichungen geben oder Routen fehlen bin ich für ein kurzes Mail (office@chri-leitinger.at) dankbar.

 

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01 Nov

Klettertrip Krim

Krim 2013 – oder, wieder einmal allein unter Russen

 

Während meines 2. Auslandssemesters an der Voronezh State University wurde wegen Visaproblemen nichts aus einem geplanten Klettertrip auf die Halbinsel Krim. Dafür bekam ich von den russischen Kollegen auf meiner Abschiedsfeier am Semesterende eine Einladung für diesen Herbst.

 

Unmittelbar nach meinem Studienabschluss war es dann am 2. Oktober soweit. Ich sitz im Flieger und reise über Moskau in die Ukraine nach Simferopol, die Hauptstadt der autonomen Republik Krim. Am Flughafen warten schon wie vereinbart meine Kletterkollegen aus Voronezh auf mich, die mit dem PKW aus Russland angereist sind. Zügig geht es durchs verregnete Inland auf die ebenso verregnete Küste zu. Nach 2,5 Stunden Fahrzeit erreichen wir die kleine Ortschaft Foros am südlichsten Zipfel der Halbinsel. Dort beziehen wir unser gemütliches Appartement in einem dreistöckigen Blockhaus direkt am Meer.

 

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Am nächsten Tag hat der Regen aufgehört, es ist aber nach wie vor ungemütlich kalt und windig. Trotzdem fahren wir zu einem kleinen Klettergarten der sich etwa 300 Höhenmeter über der Küste befindet. Der neue und perfekt eingerichtete Spot bietet raue, gut strukturierte Kletterei. Trotz der mäßigen Witterung haben wir jede Menge Spaß und können ein paar schöne Linien klettern.

 

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Da das Wetter an den nächsten Tagen noch unwirtlicher wird gibt’s statt Klettereien einen Ausflug zu den Ausgrabungsstätten nach Simferopol und eine Wanderung zum Sonnentempel. Dieser Tempel, der irgendwie an Stonehenge erinnert, ist eine natürliche Gesteinsformation mit einer mystischen Aura. Überhaupt bin ich von der Landschaft auf der Krim begeistert: klares Meerwasser, darüber die beeindruckenden Felswände, bunte Laubwälder und riesige Weinbaugebiete lassen echtes Urlaubsfeeling aufkommen. À propos Weinberge – nach nächtelangen, intensiven Verkostungen wurde der örtliche Rotwein für sehr gut befunden…

 

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Das Wetter ist zwar noch immer nicht besonders gut aber eine erste leichte Alpintour muss schon gehen. Wir klettern das „Ohr“, ein Klassiker an der Mschatka-Kaja, 250m, 4+. Für diesen Grad untypisch, darf schon einmal ordentlich zugepackt werden. Dennoch geht’s zügig nach oben. Was sich bei einsetzendem Schneetreiben!! in der letzten Länge als richtige Taktik erweist. Klettermäßig trotzdem ein guter Vorgeschmack auf weitere Touren.

 

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Tags darauf steigen wir in den Oberklassiker „Kant po Kantu“ 310m, 5+ A1, an der Foroskii Kant ein. Wie bei vielen anderen Touren gibt’s auch hier gebohrte Standplätze und dazwischen wenig bis gar nichts. Auch in der A1-Länge ist viel Eigeninitiative gefordert, lässt sich aber mit Keilen und Friends gut klettern. Im oberen Teil klettern wir die mit Bolts gesicherte Freiklettervariante. Eine Traum 7er-Länge in bestem Kalk. Auch insgesamt ist die Tour ein echtes Schmankerl. Der überschaubare Zustieg (5 min.) und Abstieg (45 min.) sowie der herrliche Ausblick aufs Schwarze Meer tun ihr Übriges.

 

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Nachdem es bis jetzt gut gelaufen schlägt Gribzov etwas Ernsteres vor. Eine 6 A1 am Massiv von Tschelebi soll es werden. Da wir nur ein Einfachseil und (zu) wenige Normalhaken haben und ich den ganzen Urlaub am scharfen Ende klettere ist mir nicht ganz wohl, lasse mich dann aber doch überreden. Am Einstieg angekommen werkt gerade ein Expeditionskollege von Robert Steiner aus dem Ural an den ersten Metern. Also suchen wir uns eine Alternative. Meine Enttäuschung hält sich auf Grund der furchteinflößenden ersten Länge in Grenzen. Wir steigen kurzerhand in den „großen Kamin“ 235m, 5, ein und holen uns prompt eine Abfuhr. In der 4. SL ist Endstation. So einen beeindruckend tiefen Kamin hab ich bisher noch nie gesehen! 30 Meter Sturzpotential auf ein „Bremsband“, dreckiger Fels und kaum Licht lassen mich kapitulieren. Jetzt wird mir auch klar warum im Führer was von „speleologischer Erfahrung“ steht… Das zu kurze Einfachseil, das sich beim Rückzug auch noch verklemmt sind Grund genug für einen Rasttag.

 

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Den Rasttag nutzen wir für eine kleine Rundfahrt. Zuerst geht’s nach Sevastopol wo wir das Museum der Schwarzmeerflotte besuchen, ein wenig bummeln und eine interessante Bootsfahrt durch die gro0e Bucht machen, wo ein Teil der russischen Marine stationiert ist.

 

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Am Nachmittag fahren wir nach Balaklava weiter. Der malerische Ort ist bekannt für seine windgeschützte Bucht wo zahlreiche Superyachten aus aller Welt vor Anker liegen. Für einen Besuch der einst streng geheimen unterirdischen U-Boot Werft reicht die Zeit leider nicht mehr.

 

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Nach der Pleite im Kamin will ich mein Selbstvertrauen wieder ein wenig aufpolieren. Es geht wieder zur Foroskii Kant wo wir über eine 6er Variante in die Perja, 300m, 5+ A1 einsteigen. Die ersten 3 Längen laufen wie am Schnürchen. Danach geht es über ein Band in einen brüchigen offwidth Riss. Irgendwann bleibe ich im Riss stecken. Die zwei, hinter einer brüchigen Schuppe platzierten Zwischensicherungen sind ebenso ein Scherz wie die Bewertung der Länge. Abklettern? Geht nicht mehr! Mit Angst und aufgerissenen Händen schürfe ich doch noch irgendwie weiter und kann nach 15 Metern den ersten guten Keil klippen. Am Ende des Risses geht’s noch sehr steil im A1-Gelände zum Stand weiter. Was für eine Länge! Die restlichen Längen sind zwar auch nicht geschenkt, lassen sich aber großteils gut absichern und bieten schöne Kletterei im festen Kalk.

 

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An den verbleibenden Tagen klettern wir noch eine sehr schöne 7SL-Plattentour à la Hundswand an der Uartsch-Kaja, die sogar plaisiermäßig eingerichtet ist und besuchen zwei Klettergärten.

 

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Der Klettergarten in Simeis ist ein echtes Schmankerl. Der bis zu 90 Meter hohe Felsklotz befindet sich direkt am Meer und bietet traumhafte, steile Kletterei, großteils im Bereich 6a bis 7b.

 

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Wie so oft ist der Urlaub auch dieses Mal viel zu kurz und so geht es nach 12 Tagen mit vielen neuen Eindrücken in einer 16-stündigen Autofahrt nach Voronezh, wo ich noch ein paar Tage bei Freunden verbringe.

 

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Mein Krim-Fazit: „I´ll be back!!“

 

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Facts: Die nahezu unüberschaubare Anzahl der Kalkfelsen befindet sich großteils entlang der südlichen und südöstlichen Küste der Halbinsel Krim. Neben 25 im Führer gelisteten Sportklettergebieten sind rund 250 – 300 Mehrseillängentouren mit bis zu 500 Metern Kletterlänge beschrieben.

 

Die meisten dieser Routen kann man getrost als alpin einstufen. Oft gibt es solide gebohrte Standplätze und dazwischen keine oder nur wenige Zwischensicherungen die von Normalhaken über Eisschrauben! und vergammelten 8er Bolts bis hin zu Niro-Ankern reichen. Die komplett eingebohrten Touren beschränken sich entweder auf einzelne Wandabschnitte oder sind echte Hämmer wie z.B. Atlant-M, 8b, wobei von den 9 SL eine einzige leichter als 7b+ ist!

 

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Hin- und Rückflug gibt’s unter € 400,-. Mietauto am Flughafen gibt’s ab € 35,-/Tag aufwärts. Für unser komfortables Appartement haben wir in der Nebensaison pro Person ca. € 7,-/Nacht bezahlt. Lebensmittel und Restaurantbesuche sind spürbar billiger als in Österreich. Kleine Klettershops in Simferopol und Simeis haben die notwendige Standardausrüstung und alle lokalen Kletterführer im Programm.

 

Einziges Manko: Kletterer die kein Russisch oder Ukrainisch sprechen könnten vor Ort echte Probleme mit der Verständigung haben. Die Führerliteratur gibt’s leider nur auf Russisch und auch die Ortstafeln, die ja nicht ganz unwichtig bei der Orientierung sind, werden zu 95% nur in Kyrillisch angeschrieben.

 

Eigentlich ist die Krim ein Ganzjahresgebiet. Wobei es im Winter Sonnenschein braucht um gute Bedingungen zu haben. Laut den Locals wird es im Hochsommer in den großteils südseitigen Wänden doch recht heiß. Ideal ist es daher von April – Juni und von September – Oktober, wobei heuer das kalte Wetter und der Schneefall Anfang Oktober eine echte Ausnahme waren.

01 Okt

Schartenspitze – Neutouren

Auf der Südseite der Schartenspitze gibt es zwei mehr oder weniger neue, anspruchsvolle Routen:

Steirischer Traum 9- & Basteipromenade 8+AO

Ein Wandfoto mit den beiden Routen gibts im Anhang.

Schartenspitz – Steirischer Traum + Basteipromenade

 

Fotos vom Steirischen Traum gibts hier:

http://granit.co.hu/galeriak/kepek/magyar-maszok-uj-utja-a-hochschwab-hegysegben

01 Okt

Wetzsteinplatte – Borderline

Auf der Wetzsteinplatte gibt es eine Neutour mit moderaten Schwierigkeiten. Die „Borderline“ verläuft rechts der Route Huibuh und ist durchgehend gut mit HSA M10 abgesichert. Unten gibt´s wie für die Wetzsteinplatte typisch, schöne Wasserrillen. Vom Wulst weg wird es leider schrofig und etwas brüchig und nur mehr die 7- Platte ist ein echter Genuss. Da der Fels oben raus nicht immer fest ist, muss bei vorauskletterden Seilschaften mit Steinschlag gerechnet werden, der sich über die ganze Platte verteilen kann. Die 3. SL ist sich mit unserem 50m Seil nicht ausgegangen. Die Seilschaft vor uns hatte das gleiche Problem.

 

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Wetzsteinplatte – Borderline

09 Sep

Desanierung Zauberlehrling

Ein Kletterkollege hat mich nach einer Begehung des Zauberlehrlings in der Hochschwab Südwand informiert, dass jeder 2. Zwischenhaken entfernt wurde. Dadurch gibt es jetzt auch im plattigen Gelände Abstände bis zu 10m. Für eine Begehung im jetzigen Zustand sollte man wieder mobile Sicherungsmittel und Sanduhrschlingen mitnehmen.

21 Aug

Turner Bergsteiger Turm – Mille/Mayrhofer

Die Route am formschönen Turner Bergsteiger Turm wurde mit einigen Varianten vor mehreren Jahren mit Bohrhaken saniert. Im unteren Teil der Route gibt es immer wieder brüchige und schrofige Passagen die ein sauberes Klettern verlangen. Nach der Scharte ist die Felsqualität sehr gut und die Ausstiegsverschneidung ist top!   Da der Anstieg recht kurz ist und im unteren Teil brüchigen Fels aufweist ist die Tour nur in Kombination mit anderen Routen an der Ringmauer, Karlmauer etc. lohnend.

 

Topo Turner Bergsteiger Turm – Mille Mayrhofer

21 Aug

Hundswand – Sahel

Die Route Sahel zählt wie das Labyrinth, Schmelztigel & Co zu den echten Plattenschleichern in der östlichen Hundswand. Die Tour ist bis auf die letzte Seillänge saniert und mit Bühler und HSA M10 abgesichert, teilweise jedoch auch etwas weitere Abstände.   Die ersten beiden Längen bieten hervorragende Kletterei und können auch als schöne Einstiegsvariante zum Bodenbauerweg geklettert werden. Danach gibts zwischendurch auch ein paar grasige Passagen, die aber nur bedingt stören.

 

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Topo Sahel

10 Aug

Rettenwand – Bitterschoklad

Die 3-SL Route „Bitterschoklad“ ist eine der neueren Touren in der Rettenwand, genauer gesagt im linken Wandteil der Hauptwand. Rettenwandfels, speziell der in neuen und wenig gekletterten Routen zählt ja nicht unbedingt zur Spezies „bombenfest“, daher sind wir mit etwas Respekt eingestiegen. Nicht ohne Grund!

 

In der 1. SL gabs als Warnschuss einen Brocken im Fussballformat, der sich durch leichte Berührung gelöst hat. In der 2. SL gehts über ein sandig/staubiges Wandl zu einem Überhang den man an hohlen Bankerl und maroden Schuppen überklettert. Die 3. SL ist schwer und unübersichtlich. Wehe dem Sichernden wenn der Vorsteiger einen halben Meter von der Ideallinie abkommt!

 

Die Tour ist gut mit HSA abgesichert, dennoch fürchtet man sich ständig. Beim Vorstieg hat man durchgehend Angst mit einer Schuppe den Sichernden zu erschlagen und am Standplatz steht man immer in der Schusslinie. Selten ist mir in einer Tour beim Sichern soviel entgegen gekommen wie hier.

Fazit: Selbst für eingefleischte Rettenwandfans gibts keine Empfehlung (und daher auch kein Topo). Genußkletterer werden sich ohnehin nicht in diese Tour verirren…

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03 Jul

Auszugsversuche von Klebeanker

Mit Unterstützung von Wolfgang Purek von fischer Austria GmbH konnten wir verschiedene Klebebohrhaken testen. Mit Ausnahme eines bereits vorhandenen Bohrhakens wurden dabei Eigenbausysteme getestet. Die Bühler wurden in einem Schmiedeunternehmen fachmännisch, nach Vorlage der AustriAlpin Bühler gefertigt.

 

Die Gewindestangen und der Bügel wurden für den Einsatz in weichem Gestein getestet. Bei der tatsächlichen Anwendung in Routen ist bei den Gewindestangen eine Gesamtlänge von 150mm in Niro-Ausführung vorgesehen.

 

Ergebnisse der Tests im untenstehenden pdf ersichtlich.

 

Auszugsversuche Klebeanker

30 Jun

Pfaffenstein – Obn´d Sun & Direkte NW

Beide Touren sind ideal für die heiße Jahreszeit, da sie recht lange im Schatten liegen. Die Obn´d Sun bietet trotz Zwischengelände sehr schöne, abwechslungsreiche Kletterei. Der Einstiegspfeiler und die plattige Schlüssellänge sind vom Feinsten! In der 4. SL hat sich eine gute Seitgriffschuppe am Wulst verabschiedet. Die Stelle wurde dadurch geringfügig schwerer (oder A0). Gut gesichert, aber auch ein paar zwingende Stellen.

 

Die Obn´d Sun lässt sich gut mit einer weiteren Tour in diesem Wandbereich kombinieren, zB der Direkten NW. Diese klassische Linie wurde vor einigen Jahren saniert und bietet steile, alpin angehauchte Kletterei. In den ersten beiden Längen ist nicht alles fest, dafür wartet in der 3. SL eine Traumverschneidung. Achtung auf den Seilverlauf in der ersten Länge (2x lang einhängen).

 

Zustieg: Vom Parkplatz oberhalb von Eisenerz immer der Markierung zum Markussteig folgen. Nach der Felsnische mit Gedenktafeln dem Steig noch kurz folgen. Der Einstieg der Obn´d Sun befindet sich 15 Meter nach der Eisenleiter. Direkte NW steigt davor ein (lt. Topo). Ca. 1,5h

 

Abstieg: Entweder über den Klettersteig zum Gipfel aufsteigen und über den Markussteig retour oder am schnellsten über den Klettersteig absteigen und zurück zum Einstieg queren.

 

Topo Obnd Sun

Topo Direkte NW und Dämpfer

26 Jun

Hundswand-Grüße Herr Inspektor!

 

Die kurze Tour mit fünf Seillängen eignet sich als schöne Draufgabe im Anschluss an eine andere Hundswandkletterei. Im unteren Teil gibt’s plattige Kletterei und einen kleinen Pfeiler. Oben raus folgt ein schöner Quergang (der Highway lässt grüßen) und eine super Ausstiegsverschneidung. Leider beginnt die Tour wieder zuzuwachsen.

 

Durchwegs gut mit Bohrhaken M10 und einigen NH abgesichert. Die Standplätze sind zum Abseilen eingerichtet. 50m Halbseil oder 70m Einfachseil, 10 Expressen.

 

Zustieg: Vom Bodenbauer wie zum Highway-Einstieg, dort der Wand ca. 100m nach links zu einem markanten Block folgen. Links neben dem Einstieg befindet sich eine markante Platte mit zwei älteren Routen (6+, 7-)

 

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Topo Inspektor

26 Jun

Höllmauer Basis

 

Der rechte, niedrigere Wandteil der Höllmauer bietet mehrere kurze aber abwechslungsreiche Routen. Für Höllmauer-Verhältnisse fast untypisch ist der großteils kompakte, feste Fels. Durch die südseitige, windgeschützte Ausrichtung kann man die Touren bereits im Frühjahr, bzw. bis spät in den Herbst genießen. Nach Regenfällen trocknet die Wand schnell auf.

 

Drei gut abgesicherte Touren und zwei Routen für den klemmkeilinteressierten Kletterer bieten genug Klettermeter für einen ausgefüllten Tag!

 

Zustieg: Vom Parkplatz in der Dullwitz zur Florlhütte und in weiteren 10 Min. zum flachen Kühboden. Durch den lichten Lärchenwald rechts hoch, zuletzt eine Schuttrinne querend über schrofiges Gelände zum Einstieg (1,5 – 2 Std.)

 

 Übersicht Höllmauer Basis

Topo Höllmauer Basis

29 Mai

Christian Leitinger ist jetzt online!

Herzlich Willkommen auf meiner Homepage!

 

Ab sofort können Sie meine angebotenen Touren und Kurse online abrufen und buchen. Für weitere Details, individuelle Touren oder sonstige Anfragen kontaktieren Sie mich einfach per Mail oder Telefon.

 

In diesem Blog werde ich Sie nicht nur über weitere Touren und Termine auf dem Laufenden halten, sondern in einer Rubrik „Hochschwab Infos“ die wichtigsten Infos zu Kletterrouten und Tourenverhältnissen am „Schwobn“ online stellen.

 

Viel Spaß auf meiner neuen Seite!

 

Christian Leitinger

© chrileitinger.at 2013